1833
brauchte und seiue Gewerbslente fortwährend in Nahrungsetzte/'
Und mit einem unmuthigen Seufzer verließ der Grafdas Zimmer.
Harley setzte sich bedächtig an seinen Schreibtisch,stützte sein Gesicht auf die Hand und blickte zerstreut unterden zusammengezogenen finsteren Brauen hervor in's Weite.
Wie wir gesehen haben, war Harley L'Estrange einMann, der Neigungen und Eindrücke mit ungemeinerZähigkeit festhiclt, und dabei von kühnem, biederem undoffenem Wesen. Sogar sein Wankelmuth und seine augen-fällige Launenhaftigkeit, welche die Welt zu einer irrigenBeurtheilung seiner Anlagen und Kräfte verleitete, ließ sichhälftig aus seiner zwanglosen Gemüthsart erklären, die inihrer überstolzcu Verachtung alles Dessen, was nach Heucheleischmeckte, mit den Formen und Ceremouien ihr Spiel triebund „dem feierlichen Schein der Welt" bisweilen in über-treibender, oft aber auch in tiefernster Weise die humoristischeSeite abgewann. Die Erschütterung, welche ihn jetzt be-troffen, hatte bis in die Gruudvesten seiner Seele gegriffen,alle die luftigeren Gebäude, welche Phantasie und Witzdarauf errichteten, nmgestürzt und für das Wirken der dunk-leren und schrecklicheren Leidenschaften eine neue Welt ge-lichtet. Wenn ein Mann mit einem so liebevollen Herzenund einer bei aller Unregelmäßigkeit so kräftigen Natur plötz-lich und unversehens Betrug entdeckt, wo er am meistenvertraute, hat es nicht, wie Lei den ruhigeren Zöglingenjener rauhen Lehrerin, der Erfahrung, damit sein Bewenden,