1829
„Es wäre mir in der That lieber," nahm der Grafwieder auf, „Du bewürbest Dich für Dich selber, als fürDeinen Freund Egerto», obschon ich zngebe, daß er ein Vor-bild abgibt, welchem nachzufolgen nie zn spät ist. Ha, wennman euch Beide als junge Leute sah, obgleich Audleh denBortheil von ein paar Jährchen mehr hatte — wer würdedamals gedacht haben, daß ihm eine so hohe, ausgezeichneteStellung Vorbehalten war, während Du zn einem üppigenMüßiggänger verkamst, der alle Anstrengung scheute undkeinen Sinn für den Ruhm in sich trug? Du, der so viel-vor ihm vorhatte —nicht »nr ein großes Vermögen, sondernauch, wie Jedermann sagte, überlegene Talente — Du, derdamals so ehrgeizig war, so begierig nach Auszeichnung ver-langte, mit Plutarchs Lebensbeschreibungen unter dem Kisteneinschlief und, mein wilder Sohn, nur zu viel Thatenlnstzeigte. Aber Du bist noch ein junger Mann, und es istnicht zn spät, die verschleuderten Jahre wieder gut zumachen."
„Diese Jahre — sind nichts — bloße Daten in einemKalender; aber die Gefühle — wer kann mir diese znrück-geben? — die Hoffnung, die Begeisterung, den — dochgleichviel! Gefühle helfen dem Mann nicht zum Aufschwungin der Welt. Die von Egerto» sind nicht sehr lebhaft.Ueberlaßt das, was aus mir hätte werden können, meinemeigenen Nachdenken, und sprechen wir vielmehr von demVorbild, auf das Ihr mich verweist — von Audleh Egerton."
„Wir müssen ihn durchsetzen," sagte der Graf, seineStimme zu einem Flüstern ermäßigend. „Es ist für ihn von