Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1823
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ihre begierigen Fragen nach Violanten nnd wich vor devBerührung ihrer Hand zurück.

Halt, Madame," sagte er mit kalter Strenge in sei-nem Tone, so daß die besorgte Mutter nicht wenig erschrack.Ich kann nicht auf Eure Fragen achten, da ich nur Sinnfür die eine habe, welche ich Euch vorlegen muß. Ihrwidersehtet Euch meiner knabenhaften Liebe zu Nora Avenel.Ich mache Euch deshalb keinen Vorwurf, denn alle Müttervon Eurem Rang würden ebenso gehandelt haben. Aberhättet Ihr nicht jeden freien Verkehr mit ihr vereitelt, sowäre ich vielleicht nach einerZurückweisuug von ihren eigenenLippen meines Schmerzes Meister geworden, und ich konntejetzt ein glücklicher Mann seyn. Seitdem sind Jahre ent-schwunden hiugerollt über ihren ruhigen Schlummer undüber mein ruheloses, waches Leben. Nnd diese ganze Zeitüber wußtet Ihr, daß Audley Egerton der Liebhaber vonNora Avenel war?"

Harley, Harley, sprich nicht in diesem grausamen Tonmit mir und sieh mich nicht an mit solchen harten Augen."

Ihr wußtet es also Ihr, meine Mutter!" fuhrHarley fort, ohne sich durch ihren Vorwurf beirren zu lassen.Und warum sagtet Ihr nie: 'Sohn, Du verschwendest dieBlüte und Kraft Deines Lebens in kummervoller Treue gegeneine Lüge! Du wirfst Dein Vertrauen und Deine Freund-schaft weg an einen verrätherischen Heuchler?'"

Wie könnt' ich so mit Dir sprechen wie hätt' ich eswagen dürfen da Du noch immer das Andenken an jenesunglückliche Mädchen sesthieltest und des Glaubens lebtest,