Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1821
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schluchzte, aber mit jener zarten weiblichen Zurückhaltung,die ihren Schmerz im Innersten des Herzens verschließenmöchte. Ein seltsames Gefühl von Verödung bemächtigtesich Plötzlich ihres ganzen Wesens, und sie entnahm daraus,daß sie allein war.

Vierzehntes Kapitel.

In einem anderen Gemache desselben Hauses saß, ebensoeinsam wie Helen, ein ernster, düsterer, brütender Mann,in welchem selbst diejenigen, welche von Kindheit ans ihmam nächsten gestanden hatten, kaum eine Spur von demmenschenfreundlichen, wohlwollenden und vertrauensvollen,wenn auch launischen und wandelbaren Harley Lord L'Es-trange erkannt haben würden.

Er hatte jenes Memoirenbrnchstück gelesen, in welchemaus all den Klüften seiner unfruchtbaren und traurigenVergangenheit zwei boshafte Wahrheiten ihm entgegentra-ten, welche wie die Augen eines höhnenden Teufels ihn an-zugrinsen schienen. Das Weib, dessen Erinnerung allesSonnenlicht aus seinem Leben genommen, hatte einen An-deren geliebt, und der Freund, dem er seine ganze liebevolle,treue Seele in schrankenlosem Vertrauen aufgeschlossen, warsein verräterischer Nebenbuhler gewesen. Er hatte dasManuskript vom ersten Wort bis zum letzten gelesen, alsübe ein Zauber Gewalt über ihn, der ihn athemlos hielt,und wie er damit fertig war, legte er die Papiere ohne eineu