Als er mit seinen Begleitern das Land erreichte, hattesich die Dacht bereits in Bewegung gesetzt und glitt langsamstromabwärts.
„Muth Leonard, Muth!" flüsterte Harley. „EuerSchmerz macht Euch keine Unehre. Aber Ihr habt dieschlimmste und gemeinste Täuschung des civilisirten Lebensvermieden, indem Ihr nicht Liebe heucheltet. Besser, daßjene arme Dame, eine Weile leidet unter der herben Wahr-heit, als daß sie die ewige Märtyrerin einer schmeichelndenLuge ist. Ach, mein Leonard, mit der Liebe im Traum desDichters stehen immer die Grazien im Bund; aber zu derLiebe des menschlichen Herzens gesellen sich die schrecklichenFatcn!"
„MeinLord, die Dichterträumen nicht, wenn sie lieben.Ihr werdet erfahren, wie die Gefühle in demselben Berhält-niß tief sind, als die Einbildungskraft lebhaft ist, wenn Ihrdas Bekenntniß von dem Aufschwung und dem Schmerz einerDichterseele lest, das ich in Eure Hände gegeben habe."
Leonard wandte sich ab. Harley's Blick folgte ihm mitneugieriger Theilnahme und traf plötzlich auf Molante'ssanfte dunkle Augensterne.
„Die Faten! die Faten!" murmelte Harley.
Neuntes Kapitel.
Wir sind jetzt in dem Besnchzimmer des Weisen zuNorwood, Biolante hat sich längst zur Ruhe begeben, und