1753
sehr blaß geworben war, durch die geschlossenen Zähne,aber mit Ruhe und mit einem so würdevollen Stolz aufseiner Stirne, wie man ihn nie zuvor in seinem offenen sorg-losen Antlitz wahrgenommen hatte — „noch ein Wort. Ichbin vielleicht durch Nichts Eurer würdig, als durch eineehrenhafte Liebe, die nie zweifelte, nie einem ArgwohnRaum gab — die an Euch fest gehalten hätte, und wäre dieganze Welt wider Euch. Eine solche Liebe verleiht demgeringsten Mann einen Werth. Noch ein Wort — frei undoffen. Bei Allem, was Euch in Eurem Glauben am heilig-sten ist, spracht Ihr die Wahrheit, als Ihr sagtet, Ihrhättet mich nie geliebt?"
Beatrice senkte das Haupt. Sie fühlte sich beschämtdieser männlichen Natur gegenüber, die sie so bitter getäuschtund vielleicht bis ans diesen Augenblick unter ihrem wahrenWerth angeschlagen hatte.
„Verzeiht — verzeiht," sagte sie in widerstrebendenLauten, die durch ihr Schluchzen halb erstickt wurden.
Bei ihrem Stocken strahlte Franks Gesicht von plötz-licher Hoffnung. Sie richtete ihre Augen auf und gewahrtedie Veränderung an ihm; dann blickte sie »ach der Stellehin, wo traurig und bewegungslos Leonard stand.
„Ja, verzeiht — den» ich sprach die Wahrheit. Ichhatte kein Herz zu vergeben. Für einen Anderen wäre esvielleicht wie Wachs gewesen — gegen Euch war es Granit."Sie hielt inne und murmelte vor sich hin — „Granit und— gebrochen!"
Frank sprach keine Shlbe weiter. Wie angewurzelt