1741
unverschämte Bertram» auf sich selbst und sein Glück, die-sen hervorstechendsten Zug in dem Charaker eines Mannes,gerechtfertigt, der, zugleich Bravo und Spieler, mit der Weltanband, in der einen Hand sein Nappier und die falschenWürfel in der anderen, — Befand sich Violante einmal aufdem von seinen Leuten bemannten Schiff, so war sic rettungs-los in seiner Gewalt, und sogar ihr Vater mußte sich Gluckwünschen, wenn er erfuhr, daß Peschiera's Gefangene ihrenNamen und Ruf dadurch gerettet hatte, daß sie seine Gattinwurde, Selbst der weibliche Stolz mußte Violante veran-lassen, zu bestätigen, was Peschiera natürlich der Weltglauben zu machen wünschte, daß sie nämlich freiwillig theil-genommen habe an den Anschlägen des Bräutigams, sich anden Altar zu fluchten, da ein allznklägliches Licht ans sie fiel,^wenn sie als das arme Opfer eines Verräthers erschien, derihr nur ans Erbarmen die Hand reichte. Er sah sein Ver-mögen gesichert, sein Glück beneidet und sogar seinen Rufdurch seine glänzende Heirath wieder hergcstellt. Der Ehr-geiz begann sich in seine Träume von Lust und Pracht zu mi-schen, Welcher Posten am Hof oder im Staat war zu hochfür das Trachten eines Mannes, der das unbestrittenste Ta-lent für's thätige Leben, das Talent, Alles glücklich durch-zuführen, was der Wille unternommen, an de» Tag gelegthatte? In solchen Gedanken, welche ihn die Gegenwart inder goldenen Zukunft halb vergessen ließe», erging sich derGraf, bis er durch den lauten Nus vom Schiffe her und durchdas Getümmel am Bord des Boots, als die Matrosen dasihnen zugeworfene Tau auffingen, aus seinen Träumen ge-