Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
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1697
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1697

ihre förmliche Verlobung mit Harley mitgetheilt. Zwarkam Violante dieses Vertrauen nicht unerwartet; sie hattedas Verhältniß bereits geahnt und sich schon vollkommender Neberzeugung hingegeben, daß der Traum ihrer Kind-heit für immer dahin sey; aber dennoch folgte auf die er-klärte Wahrheit, die von Helens Lippen kam, jener bittereSchmerz, welcher beweist, wie unmöglich es ist, das mensch-liche Herz vorzubereiten auf den endlichen Spruch, wel-cher die ganze Zukunft vernichtet. Sie verbarg übrigensihre Erregtheit vor Helens arglosem Auge; denn ein tief-gewurzclter Gram wird selten an sich selbst zum Verräther.Nach einer kleinen Weile aber schlich sie von hinnen undverließ ohne einen Gedanken an Peschiera oder an die ihrdrohenden Gefahren (denn welche Gefahr hätte sie tieferverwunden können?) das Haus, um sich in ihrer Trost-losigkeit unter den entlaubten winterlichen Bäumen zu erge-hen. Gelegentlich blieb sie stehen und murmelte von Zeitzu Zeit immer dieselben Worte vor sich hin:Wenn sie ihnliebte, so läge darin ein Trost für mich. Aber sie liebt ihnnicht wie hätte sie sonst so ruhig mit mir sprechen wa-rum so traurig dabei aussehen können? Sie hat kein Herz kein Herz für ihn."

Dann folgte ein ungestümer Ausbruch von Bitterkeitgegen die arme Helen, welcher fast den Charakter der Ver-achtung oder des Haffes annahm sie erschrack selbst vordessen Nebermaß.

Bin ich denn so niedrig geworden?" sagte sie, undDhränen der Demüthigung stürzten ihr in die Augen.KannWnlwer, meine Novelle. 107