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war u»schuldig! Ich sagte cs immer. Violante's Mutterwar rein. Arme Dame — wie erschütternd ist dies! HatEuer Kaiser ein Menschenherz?"
„Ich weiß genug von unserem Kaiser," versetzte derFürst mit Wärme, „um der festen Ueberzeuguug zu leben,daß Peschiera zn Grunde gerichtet und unser Freund in alleseine Ehren wieder eingesetzt ist, sobald diese Papiere ihnerreichen. Ihr werdet bald in der Tochter, welcher Ihr anEurem Herd die Stelle eines Kindes einränmen wolltet,die reichste Erbin von Italien, die Braut eines edlen Ge-liebten sehen, der im Range vielleicht nur unter den Königensteht!"
„Ach!" entgegneteHarley mit scharfer Betonung, wäh-rend sein Gesicht eine Leichenblässe beschlich — „ach, ich werdesie nie so sehen! Mit meinen Besuchen in Italien ist esvorbei, und hat sie einmal dieses Klima der kalten, eisernenSorgen und der förmlichen Pflichten verlassen, so werde ichsie nie — nie wieder sehen!" Er wandte sein Antlitz füreine Weile ab und trat dann raschen Schrittes auf Leonardzn. „Aber Ihr, o glücklicher Dichter — für Euch kann nieein Ideal verloren gehen. Ihr seyd unabhängig vom wirk-lichen Leben. Ich wünschte, daß ich ein Dichter wäre I"
lind er lächelte wehmüthig.
„Ihr würdet vielleicht nicht so sprechen, mein theurerLord," erwiederte Leonard in eben so traurigem Töne, „wennIhr wüßtet, wie wenig das, was Ihr das 'Ideale nennt,dem Dichter den Verlust einer einzigen Herzensneignng inder natürlichen Menschenwelt ersetzen kann. Unabhängig