1673
„Leider sind bis jetzt alle Nachforschungen vergeblichgewesen," versetzte Harley, „und ich weiß nicht, welche an-dere Schritte ich einschlagen kann, ohne daß Peschiera'sAufmerksamkeit geweckt und sein sinnreiches Gehirn zu Gcgen-operationen herausgefordert würde, Sv muß sich meinarmer Freund eben in die Verbannung fügen, denn er würdesich selbst entehren, wenn er Mokante dem Grafen über-lassen wollte. Doch ich werde selbst bald verheirathet unddann im Besitz einer Heimath seyn, die, wenn ich sie demVater und dem Kinde alsZufluchtsort anbiete, ihres Rangesnicht ganz unwürdig erscheinen dürfte."
„Wird die künftige Lady L'Estrange nicht eifersüchtigwerden aus einen Gast, den Ihr mir als so schön schildert,wie diese junge Signora? Und dürfte Euch nicht selbst Ge-fahr drohen, mein armer Freund?"
„Pah!" versetzte Harley errüthend. „Mein schönerGast würde zwei Väter haben; dies ist Alles, Ich bitte,scherzt nicht über eine so ernste Sache, wie die Ehre."
Wieder öffnete sich die Thüre, und Leonard trat ein.
„Willkommen!" rief Harley, erfreut, daß er sich demdurchdringenden Auge des Fürsten gegenüber nicht mehr alleinsah — „willkommen! Dies ist der edle Freund, welcher unserInteresse für Riecabocca theilt und ihm so werthvolle Diensteleisten könnte, wenn wir im Stande wären, die Belegeanfzufinden, von denen ich mit Euch gesprochen habe."
„Sie sind hier," versetzte Leonard einfach. „GebeGott, daß sie Alles enthalten, was Ihr nöthig habt."
Harley griff rasch nach dem Packet, das von der Schweiz