Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1672
Einzelbild herunterladen
 

1672

zum erstenmal sich Mühe gab, über seine Leidenschaften undLaunen Herr zu werden, und daß der ganze Mann das Ge-fühl der Pflicht in sich zu stählen suchte.Nein," mur-melte er vor sich hin;nein ich will nur an Helen nuran das wirkliche Leben denken! Und wenn ich auch nicht miteiner Anderen verlobt wäre, was könnte dieses schwarz-äugige italienische Mädchen für mich sepn? Welche Thoren-grille wandelt mich. an! Ich wieder lieben ich, der ichwährend des ganzen schönen Lenzes meines Lebens so treulichan der Erinnerung und an einem Grabe festgehalten habe!Komm, komm, Harley L'Estrange, spiele wenigstens deineNolle als Mann unter den Männern! Begnüge dich mitAchtung und träume nie mehr von Leidenschaft. Gib diefalschen Ideale auf. Du bist kein Dichter warum wähnstdu, das Leben selbst müsse ein Gedicht seyn?"

Die Thüre öffnete sich, und der österreichische Fürst,dessen Interesse Harley für die Sache von Biolante's Vatergewonnen hatte, trat mit dem vertraulichen Schritt einesFreundes ein.

Habt Ihr jene Dokumente noch nicht aufgesunden?"fragte der Prinz.Ich muß schon in wenigen Tagen meineRückreise nach Wie» antreten, und wenn Ihr mich nicht mitirgend einem greifbaren Beweis von Peschiera's alter Tücke,oder mit einer unwiderleglichen Entschuldigung seines edle»Verwandten bewaffne» könnt, so fürchte ich, daß dem Flücht-ling, wenn er in sein Vaterland zurückberufen werden will,keine andere Wahl bleibt, als die leidige, dem treulosenFeinde die Hand seiner Tochter zu geben."