In ängstlichem, schwermüthigem Nachdenken über baSGelesene erreichte Leonard London zu Fuß und lenkte seineSchritte nach Harleys Wohnung. Wie er eben in BondStreet einbvg, wurde plötzlich ein Gentleman, der in BaronLevys Gesellschaft war und, wenn man aus seiner glühendenStirne und dem ärgerlichen Ton seiner Stimme einen Schlußziehen durfte, eben einen etwas aufgeregten Dialog mit demfashionablen Wucherer gehabt hatte, unseres jungen Freun-des ansichtig, machte sich hastig von dem Baron los undfaßte Leonard beim Arm.
„Entschuldigt mich, Sir," sagte der Gentleman, Leo-nard starr in's Gesicht sehend, „wenn mich diese meine schar-fen Augen nicht trügen (und dies ist selten der Fall), soerblicke ich in Euch einen Neffen, gegen den ich mich vielleichtübereilt benommen habe, der aber gleichwohl kein Recht hat,Richard Avenel zu vergessen."
„Mein thenrer Onkel," rief Leonard, „dies ist in derThat eine freudige Ueberraschung — undzwar in einer Zeit,die freudelos genug ist. Nein, ich habe Eure Güte nie ver-gessen und stets unsere Entfremdung bedauert."
„Dies höre ich gerne; gebt uns Eure Faust wieder.Laßt mich Euch betrachten — so wahr ich lebe, ganz derGentleman, und noch obendrein von so gutem Aussehen.Doch dies ist bei allen Avenelen der Fall. Gott befohlen,Baron — braucht nicht auf mich zu warten, ich entlaufeEuch nicht — werbe Euch schon wieder sehen."
„Aber," finsterte Levy, der Avenel über die Straßehinübergefvlgt war und jetzt Leonard mit einem raschen,Bulwer, meine Novelle. 105