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Hoffnung in der Ehre des Geliebten — ihrem innerste»Leben entsagt — und weshalb? Weil sie einem Zeitungs-bericht Glauben schenkte! Nein, nein; sie wollte selbst nachLansmere, zu der elterlichen Heimath gehen; so wurde es ihrvielleicht möglich, mit Audley zu sprechen, eh' der Brief inseine Hände kam. Kaum war dieser Gedanke in ihr auf-gesticgen, als sie ihn auch in Vollzug setzte. Sie fand in einerKutsche, die einige Stunden Vor der Post von London abging,einen leeren Platz und gelangte so bis auf etwa eine Weg-stunde, welche sie zu Fuß zurncklegtc, in die Nähe von Lans-mere. Erschöpft und halb ohnmächtig ward sie endlich derHeimath ansichtig. Sie machte Halt; denn in dem kleinenGarten vor dem Hause sah sie ihre Eltern sitzen. Sie hörtedas Gemurmel ihrer Stimmen, und plötzlich erinnerte sie sichihrer veränderten Gestalt, ihres schrecklichen Geheimnisses.Wie sollte sie auf die Frage antworten: „Tochter, wo undwer ist dein Gatte?" Der Mmh entsank ihr; sie kroch unterdie alte Zwergeiche, um sich zu sammeln, zu sehen und zuhören. Sie betrachtete das starre Gesicht der wohlhäbigenklugen Mutter mit den tiefen Linien, welche Zeugniß gabenvon den Sorgen eines bewegten Lebens, von dem Ueberspru-dein eines reizbaren Temperaments und von der warmenVorliebe für den Zwang anständiger Heiligkeit und einesentschlossenen Stolzes. Das liebe ernste Gesicht schien ihrnie theurer und ernster gewesen zu seyu. Sie sah den an-ständigen, ruhigen, lässigen und gntmüthigen Vater, damalsnicht der arme gelähmte Kranke, welcher gleichwohl nochNora's Augen unter Leonards Lidern erkennen konnte, son-