Siebenzehntes Kapitel.
Wenn die Scenen in einem lange» Diorama feierlichan uns vorbeiziehcn, so begegnen wir bisweilen vielleicht imGegensatz zu dem Anblick prunkender Städte oder zu demLauf eines gewaltigen Stroms einem vereinzelten Bilde,welches das Auge für einen Moment fesselt und dann weitergleitet, in der Seele aber einen seltsamen, unbehaglichen undnicht näher zu bestimmenden Eindruck zurückläßt.
Warum wurde uns der Gegenstand vorgeführt? Ansich schien er verhältnißmäßig so unbedeutend zu seyn. Erbestand vielleicht in einer zerbrochenen Säule — in einemeinsamen Sumpf mit dem Wiederschein eines Sterns ansseiner ruhigen Oberfläche, und doch wirkte er unheimlichans uns. Wir erinnern uns seiner noch, wenn die phanta-stischen Bilder des glänzenden Damaskus oder der kolossalenPyramiden — der Bazare von Stambul oder langer Cara-wanen, die langsam durch Arabiens Wüstenland hinziehen,bereits .das staunende Auge übersättigt haben. Warumwur-den wir in der schattenhaften Procession durch ein Ding auf-gehalten, das so gewöhnlich erschienen wäre, hätte es nichtso einsam dagestanden? Es muß sich wohl ein geheimes In-teresse daran knüpfen. Hat dort vielleicht ein Gesicht desSchreckens das wilde Haar eines Propheten zum Sträubengebracht oder eine Hagar das Gewinsel ihres Kindes an derentrüsteten Brust gestillt? Wir möchten wohl den ganzenprunkenden Zug noch einmal vor uns vorübcrgehen sehen —>wieder den einsamen Gegenstand, welcher der Hand des Künst-