1803
Ungestüm seiner eigenen Willenskraft und er auf schleunige,geheime Vermählung drang — sie füllte so lange geheimbleiben, bis seine damals noch schwankende Zukunft gesicher-ter war — hatte seine Laufbahn kaum erst begonnen. Dieswar einer, wenn schon nicht gerade der gewichtigste von sei-nen Beweggründen. Er bebte zurück vor dem Gedanken, seinUnrecht dem Freunde einzugestehen, und wünschte die De-müthigung eines solchen Bekenntnisses hinauszuschieben, biser die Ueberzeugung gewonnen hätte, Harlcy's knabenhafteLeidenschaft sey vorüber und er habe sich den neuen Ver-lockungen hingegeben, die ihm natürlich in den Weg trete»mußten. Die Stimme seines Gewissens erstickend, suchteAudley sich zu überreden, der Tag sey nicht mehr fern, anwelchem Harley mit Gleichgültigkeit werde anhören können,daß Nora die Gattin eines Anderen sey. „In seinem Alterist es der Traum einer Stunde," sagte der ältere Freund zusich selber, „in dem meinigen die Leidenschaft eines Lebens!"Von diesen letzteren Verheimlichungsgründen schwieg ergegen Nora, denn er fühlte, daß ihn das Zuge ändniß einessolchen Verraths an dem Freunde in ihren Auge» herabwür-digen mußte. Er sprach deshalb nur geringschätzig vonHarley und behandelte die Bewerbung des Knaben als eineSache, die vorbei und abgethan war. Dagegen verbreiteteer sich ausführlich über die Gründe, welche eine Selbstauf-opferung entweder von seiner oder von ihrer Seite forderte,und ihre Wahl war schnell getroffen. Denn wo Nora liebte,glaubte sie so hingebungsvoll an die Neberlegenheit des Ge-liebten, daß sie sich keinen Augenblick damit aufhalten mochte,
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