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hatte». Wie kam es, daß sein Herz auf einmal stille standund dann das Blut wieder so rasch durch seine Adern strömte?Warum ergriff er jene Blätter mit so zitternden Händen,legte sie dann wieder nieder, hielt inne, als wolle er seineKräfte sammeln. und blickte dann abermals so begierig da-nach hin? Er erkannte die Handschrift — jene schönen,klaren Züge — so eigenthümlich in ihrer weiblichen Zartheitund Aumuth — dieselbe wie in jenen wilden, ergreifendenGedichten, deren Studium einen so wichtigen Zeitabschnittseiner Jugend ausgemacht hatte. Ans diesen Blättern tratdas Bild der gehcimnißvollen Nora wieder vor ihn hin. Erfühlte die Nähe seiner Mutter. Leise kehrte er zurück, umdie Thüre zuzumachen, als wolle er in eifersüchtiger Sohnes-anhänglichkeit jeden roheren Schatten ausschließen von derWelt der Vorangegangenen und allein seyn mit diesemtrauervvllen Geist. Denn ein Gedanke, hingeworfen imwarmen sonnigen Leben und dann plötzlich wieder vor unsauftanchend, nachdem die Hand, welche ihn niederschrieb,und das Herz, dem er entquoll, in Staub zerfallen sind, kannfüglich einem Geiste verglichen werden. Er ist ein Abbilddes glühenden menschlichen Daseyns, und hat dieses Daseynüberlebt. Weit getreuer als eine Büste oder ein Porträtzeigt es uns die strömenden Thränen und die klopfendenPulse. Welches Gespenst, dem Grabe entstiegen, könntenachdrücklicher zu unserem Herzen sprechen, als die Schriftender Hingeschiedenen?
Die Papiere waren früher leicht zusammengeheftet ge-wesen, aber, vielleicht unter Burleh's roheren Händen, wie-
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