Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1357
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1857

Ich?" rief Harley ungeduldig und wechselte die Farbe.Ich eines solchen Wesens würdig? Ich mit meinenGewohnheiten ! Ich der weichliche Egoist! Und Ihr, derIhr ein Dichter seyd wie mögt Ihr solche Ungerechtigkeitbegehen an einem Wesen, das zur Königin für die Träumeeines Dichters geschaffen zu sehn scheint!"

Mein Lord, als wir jüngst Abends um Niccabocca'sHerd saßen, war ich ganz Ohr für ihre Reden, und beob-achtete, mit welcher Aufmerksamkeit Ihr den Zuhörermachtet. Da sagte ich zu mir selbst in Folge der Kunde vonder Menschennatur, die uns Dichtern kömmt, ohne daß wirselbst wissen, wie es zugeht'Harley L'Estrange hat langesehnsüchtig zum Himmel aufgeblickt und hört jetzt das Rauschender Schwingen, die ihn hinauftragen können.' Und dannseufzte ich, denn ich dachte, wie die Welt gegen unserenWille» uns beherrscht. Und ich sagte: 'Wie schade für Beide,daß die Tochter des Verbannten rn weltlichen Ehren nichtdem Sohne des Peers gleichsteht.' Und auch Ihr stießt einenSeufzer aus, als ich so dachte, und ich bildete mir ein, daßIhr das Eisen der Kette fühltet, während Ihr die Musikdes Flügelschlags vernahmt. Nun aber ist die Tochter desFlüchtlings wirklich der Geburt nach Eures Gleichen, währendIhr nach Herz und Seele ihr ebenbürtig seyd."

Mein armer Leonard, Ihr raset," versetzte Harleymit Ruhe.Und wenn Violante nicht zu der Braut einesjunge» Fürsten bestimmt ist, sollte sie die eines jungen Dich-ters werden."