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hier Gemüthsergüsse gelesen habe, die der Sprache der Welt,in welcher ich lebe, eben so fremd sind." Sie nahm währenddieser Worte ein Buch von dem Tisch. „Ist Euch dieses Werkschon zu Gesicht gekommen?"
Harley blickte nach dem Titelblatt.
„Allerdings," entgegnete er, „und ich kenne auch denVerfasser."
„Ich beneide Euch um diese Ehre. Wie gerne möchteauch ich den Mann kennen, welcher mir die von mir nie er-forschten Tiefen meines eigenen Herzens aufgeschlossen hat."
„Wenn dieses Buch eine solche Wirkung hervorgebrachthat, bezaubernde Marchesa, so glaubt mir, daß ich Euchkein falsches Compliment machte, sondern Euer Wesen richtiggewürdigt habe; denn der ganze Zauber des Schriftchensliegt in der einfachen Ansprache an die guten und edlen Re-gungen des Herzens, und es kann nur da Anklang finden,wo diese Regungen vorhanden sind."
„Hierin könnt Ihr unmöglich Recht haben. Warum istdas Buch so populär?"
„Weil gute und edle Gefühle dem Herzen natürlichersind, als wir wissen, und wir erfahren dies erst, wenn siesich angesprochen finden."
„Verlangt von mir nicht, daß ich Eure Ansicht theilensoll. Ich habe die Welt so schlimm gesunden."
„Haltet mir eine unartige Frage zu gut; aber waswißt Ihr von der Welt?"
Beatrice warf zuerst einen erstaunten Blick auf Harleyund sah sich dann mit bedeutungsvoller Ironie im Zimmer um.