Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1201
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lassen, seiner Unredlichkeit auf die Spur kommen mußte,während andererseits in dem Falle, daß Riccabocca unterLord L'Estraugcs freundlichen Schutz zu stehen kam, seineigener Beistand zu Abwehr von Peschiera's Anschlägennicht mehr nöthig war. Einem Leser, der glücklicherweisenicht daran gewöhnt ist, in die tiefen und verborgenen Win-kel eines ränkevollen Geistes einzudringen, möchte es schei-nen, daß es für Randal von keinem Interesse mehr seynkonnte, sich das Vertrauen des Flüchtlings zu erhalten,nachde^r ihm von mehr als einer Seite die Versicherunggeworden war, Violante höre auf, eine Erbin zu seyn, sobald sie ihn heirathe.Aber vielleicht" denken die Jün-geren und Unschuldigeren aus unserem Leserkreiseviel-leicht ist Randal Leslie wirklich verliebt in das schöneWesen?" Randal und verliebt! O nein. Er war vielzu tief versenkt,in die härteren Leidenschaften, als daß erZeit gewonnen hätte für diese beseeligende Thorheit. Undwenn er auch wirklich der Liebe fähig gewesen wäre, so wares sicherlich nicht Violänte, welche dieses finstere, verschlosseneHerz fesseln konnte sie, deren angeborener Adel und derenstattliche Schönheit, trotz des zarten weiblichen Charakters,eher dazu diente- ihm Ehrfurcht einzuflößen. Männer,wie er, können vielleicht ihre Neigung einer sanften Sklavinschenken, sind aber nicht im Stande, ihre Augen zu einerKönigin zu erheben. Sie vermögen Wohl abwärts, abernicht aufwärts zu schauen. Einerseits übrigens wollte Ran-dal nicht ganz auf die Möglichkeit der endlichen Erwer-bung eines Vermögens verzichten, das seine kühnstenBulwer, meine Novelle. 76