118
wie ein durch eine Generalbeichte von der Last seinerJrrthümer befreiter Sünder gefühlt und sei mitKraft für ein neues Dasein beseelt worden. DasGemöth eines großen Autors ist das Abbild des all-gemeinen Gemüths. Das Publikum, mit der Lastirgend einer Seelenaffektion oder eines Gedankensbebürdet, will sich derselben von Zeit zu Zeit durcheinen Ausdruk, den es ihnen geben mochte, entle-digen, ist der Ansdrnk einmal gefunden, so kehrt esselten zu der Sache zurnk, sondern trit in eine neuegeistige Laufbahn ein; es geht mit Göthe zu einemueuen Dasein über, was denn eben auch zu denUrsachen gehört, warum Nachahmer in der Regel sowenig Glük machen; sie wiederholen einen Ton, denwir nicht länger hören mögen. Nach Byrons Hin-trit verlangten die Empfindungen, die er repräsen-tirt hatte, keine Aeufferung mehr. Mit einem Seuf-zer kehrten wir zu dem thätigen, praktischen Lebenzurük; wir erwachten aus dem Kränkelnden, Leiden-schaftlichen , Träumerischen, ,,dem Mondlicht undder Dämmerung der Seele," und wandten uns inFolge einer natürlichen Reaktion den aktiven, ge-wöhnlichen Strebezielen zu. Und Dies mit um stmehr Intensität, als der Tod eines großen Dichtersunabänderlich eine Gleichgiltigkeit gegen die Dicht-kunst selbst nach sich zieht. Wir können es wederertragen Nachahmungen noch entgegengesezte poeti-sche Richtungen von ihm zu sehen; wir bewahrenden Eindruk, aber wir zerschlage» die Form. Daher