SV
das stets
Mit solcher Sehnsucht für Venedig schlngWie für ihr fernes Nest das Herz der Taube
Die Auffassung dieser eigenthümlichcn Vater-landsliebe für die Luft, für den Hauch Venedigs,die eine körperliche, sichtbare Geliebte aus der meer-umgürteten Stadt macht, und um «ine einzige Stundein ihrer Gegenwart sich Fairer, Tod, Schande ge-fallen last: all Das ist ebeu so durchaus originellals tief tragisch. Umsonst schenkt man Zacopo dasLeben — er fodert Freiheit; umsonst schenkt manihm Freiheit, — er fodert Venedig, er kann Einsvom Andern nicht trennen:
Ich trug den Kerker, denn es war Venedig;
Ich trug die Folter, denn es lag etwasIm Heimathauch, das meine Geister hob —
in der Fremde aber
Schien mir desHerzensSeele zu ersterben.
Umsonst ruft Marianna, das edle, energischeWeib:
Diese SehnsuchtAu dem tyrannisch, undankbaren Bode»
Ist Leidenschaft, nicht Vaterlandesliebe.
In dieser sehr richtigen Bemerkung liegt dieOriginalität und die Euiip'deische Seele der Auf-fassung. Umsonst erinnert Marianna den Gemahlan das Los der Millionen,
Die der Verbannung Srbtheil übernommen;er erwiedert: