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nicht das Vorherrscht» Einer Empfindung, erfodertall jene Feinheit der Auffassung oder jenes ti-seEindringen oder endlich jenen unmittelbaren Riesen-griff in die verwikkelte Menschennatnr, wodurch sichdas höchste Dichtergenie mit seinen zwei Ergebnissen— Karakterschilderung und Erfindung der Begeben-heiten — beurkundet. So ist Mrbeas Kamrf furcht-barer als ihr Entschluß; die streitenden Leidenschaf-ten Dido's sind der höchste Triumph von VirgilsKunst. Einen Mord zu schildern ist die Tageeanf-gabe des Melodramatisten — die Unentschlossenheitaber, das Granen, der Kampf Macbeths gehörenShakespeare allein an. Begehen Byrons tz-ld-nein Verbrechen, so schreiten sie geradezu darauf los;wir sehen nicht das Slillstehen — die Berathurgmit sich selbst — die Q ial die zum Entschluß wird;der Dichter geht nicht in die zarte, scharf« Zerglie-derung der Beweggründe «in, die ein« so ergr,is,»deAngst im Leser erregt und eine so große Knust er-fodert. Hütte Shakespeare eine Gulnare gedichtet,so würde er uns wahrscheinlich in furchtbarer Um-ständlichkeit ihr Anhalten vor dem Lager ihres schla-fenden Gebieters geschildert haben: wir hätten dieSchwäche des Weibes im Kampf mit dem blutigenVorsaz zu sehen bekommen; sie hätte sich, wennauch mit Ekkel, erinnert, daß ihr Haupt an derBrust geruht, die sie durch boren wist; hätte sich ab-gewandt, vor ihrem Entschluß gezittert, den Dolch
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