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den Richterstnhl einer kaltblütigen Kritik ziehen.Kehren wir heutigen Tag« zu ihnen zurük, so wer-den wir über unsere damalige Bewunderung ihre«suppvnirten philosophischen Tons nnd ihrer Groß-artigkeit in Erstaune» gerathen. Um jenen Eindrukrichtig zu beurtheilcn, müssen wir uns die Empfin-dungen znrükrnscn, an welche sie sich wenden. BeiNationen, wie bei einzelnen Menschen, muß man,um über das Verdienst eines früher an ihr Gemüthergangenen Aufrufs zn richten, zn ihren früher»Empfindlingsweisen znrükkehren. Wir schrieben LordByrons Porste Wahrheit und Tiefe zn, weil erunsere eigene Denkweise darstellte; eben wie wir imgemeinen Leben oder in den Vorträgen der RednerDiejenigen für die Verständigsten halten, welche ammeisten mit uns selbst übereinstimme». So werdenwir denn auch bei Verfolgung der von diesem merk-würdigen Dichter eingeschlagenin Laufbahn finden,daß er unpopulärer wurde nicht im Verhältnißworin etwa sein Genie abgenommcn hätte, sondernworin er sich schwächer an die vorherrschende Gesin-nung seiner Zeit wandte. Meines Erachtens wer-den nämlich spätere Kritiker zugestehen, daß seine niepopulär gewordenen Trauerspiele von einem weit Hä-hern Genie zeugen, als seine Morgen ländi-schen Erzählungen oder die zwei ersten Ge-sänge Childe Harolds. Das höchste Dichter-genie beurkundet sich in der Regel nicht so sehr in derBulwer's Romane. I-iX, 6