76
Es gibt eine Periode der Civilisation, wo dieMenschen die leitenden Grundsäzze für die Zukunftvon einer vagen Beziehung auf die Vergangenheitnoch nicht losznreißen vermocht haben; wo eineAbänderung, sobald sie etwas Neues ist, keinenKredit hat und man sich eine Verbesserung nur alsRnkkehr zu irgend einer alten, entschlummerten Herr-lichkeit vvrstellen kann. Zu solchen Zeiten horchtAlles mit ehrfurchtsvoller Theilnahme auf jedesDetail über die Vergangenheit; der Brauch derVoreltern hat einen abergläubischen Neig für dieLeute und selbst der Geist der Neuerung begnügtsich, von der andächtigen Verehrung des Alterthumszu zehren. In dieser Periode war es, wo WalterScotts Genius eben die Bilder, zu welchen dieForschung so gern zurükkehrte, lebendig porträtirte,den halb unbewusten Trieb des Zeitalters befriedigteund dessen noch kaum zur Sprache gekommene Mei-nung repräfentirte. Zudem hatte sich in jener Pe-riode ein Unbehagen gegen die unmittelbar vorher-geganqene Literatur erhoben; eine unbestimte Em-pfindung, das; unsere Poeile, frostig und zahmgeworden durch den Nachhall der Gallicismen, einerRükkehr zum volksthümlichen, ursprünglichen Tonbedürfe. Percys Balladen hatten eine ge-heime Ahnung von der Zwekmäßigkeit, vergesseneSchachte wieder auszugraben. erwekt; und vor Allemmochten wol tiefere und reinere Ansichten von Sha-kespeare auf die niedrig» Kritik gefolgt sein, durch