Druckschrift 
4 (1836)
Entstehung
Seite
62
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und lese ich ihn NM so lieber aus, als er bei allerPopularität doch, meines Bedünkens, von der Kri-tik nicht jederzeit di- volle Anerkennung der hohenStelle, ans die er Anspruch machen darf, erhaltenhat. Der Leser hat bereits cntdert, daß ich vonIhnen selbst, dem Verfasser der literarischenKuriositäten, der Leiden der Schriftstel-ler, und vor Allein des Versuchs über dieliterarischen Karaktere spreche. In den bei-den erst genanten Werken waren Sie, meinerAnsicht »ach, für di- Literatur was Harare Wal-pole für einen Hof: Sie zogen ans kleinen Ein-zelheiten, die Sie deshalb, weise genug, noch nichtfür Unbedeutendheiten hielten, die überraschendstenFolgerungen und die anmuthigsten Wahrheiten, undschienen zu plandcrn, während flc in der That phi-lvsophirtcn. Aber sie haben was Ho rare Wai-pole nie besaß was vor dem Thron der Litera-tur nothwendig, aber vor dem Thron der Königeverboten ist: ein Strom tiefen, innigen Gefühlszieht sich nicht selten durch Ihre reizenden Lukubra-lionen hin und ich möchte in dieser Hinsicht aufeine der rührendsten und doch keineswegs übertrie-benen Auffassungen des menschlichen Karakters, dieje selbst in einem Roman vorkam, auf den schönenVersuch über Shenstone, Hinweisen. WasIhre Schriften wirklich ganz besonders auszeichnet,ist Ihre bewundernswürdige, scharf hcrvortrctendeSympathie mit deal Karakteren der geschilderten