li. Zu der Lehre von den Paralogismcn der reinen Vernunft. 681
lichkcit anhängt, und die äußeren Gegenstände derselben nicht fürDinge an sich selbst, sondern nur für Vorstellungen anzuschen, derenwir uns, wie jeder anderen Vorstellung, unmittelbar bewußt werdenkönnen, die aber darum äußere heißen, weil sie demjenigen Sinneanhängcn, den wir den äußeren Sinn nennen, dessen Anschauungder Raum ist, der aber doch selbst nichts Anderes, als eine innereVorstcllungsart ist, in welcher sich gewisse Wahrnehmungen miteinander verknüpfen.
Wenn wir äußere Gegenstände für Dinge an sich gelten lassen,so ist schlechthin unmöglich zu begreifen, wie wir zur Erkenntnißihrer Wirklichkeit außer uns kommen sollen, indem wir uns blosauf die Vorstellung stützen, die in uns ist. Denn man kann dochaußer sich nicht empfinden, sondern nur in sich selbst, und dasganze Selbstbewußtsein liefert daher nichts, als lediglich unsere eigenenBestimmungen. Also nöthigt uns der skeptische Idealismus, dieeinzige Zuflucht, die uns übrig bleibt, nämlich zu der Idealitätaller Erscheinungen zu ergreifen, welche wir in der transscendentalcnAesthetik unabhängig von diesen Folgen, die wir damals nicht vor-aussehcn konnten, dargethan haben. Fragt man nun, ob denndiesem zu Folge der Dualismus allein in der Scelcnlchre Statt finde,so ist die Antwort: allerdings! aber nur im empirischen Verstände,d. i. in dem Zusammenhänge der Erfahrung ist wirklich Materie,als Substanz in der Erscheinung, dem äußeren Sinne, so wie dasdenkende Ich, gleichfalls als Substanz in der Erscheinung, vor deminneren Sinne gegeben und nach den Regeln, welche diese Kategoriein den Zusammenhang unserer äußeren sowohl, als inneren Wahr-nehmungen zu einer Erfahrung hincinbringt, müssen auch beiderseitsErscheinungen unter sich verknüpft werden. Wollte man aber denBegriff des Dualismus, wie es gewöhnlich geschieht, erweitern undihn im transscendentalcn Verstände nehmen, so hätten weder er,noch der ihm entgegengesetzte Pneu matismus einerseits, oderder Materialismus andererseits, nicht den mindesten Grund,indem man alsdcnn die Bestimmung seiner Begriffe verfehlte, und dieVerschiedenheit der Vorstcllungsart von Gegenständen, die uns nach