>>. Zu der Lehre von den Paralogismcn der reinen Vernunft, lilill
Vergleichen wir aber das denkende Ich nicht mit der Materie,sondern mit dem Intelligiblen, welchen der äußeren Erscheinung,die wir Materie nennen, zum Grunde liegt, so können wir, weilwir vom letzteren gar nichts wissen, auch nicht sagen, daß dieSeele sich von diesem irgend worin innerlich unterscheide.
So ist demnach das einfache Bewußtsein keine Kcnntniß dereinfachen Natur unseres Subjects, insofern als dieses dadurch vonder Materie, als einem zusammengesetzten Wesen unterschieden wer-den soll.
Wenn dieser Begriff aber dazu nicht taugt, ihn in dem einzi-gen Falle, da er brauchbar ist, nämlich in der Vergleichung meinerSelbst mit Gegenständen äußerer Erfahrung, das Eigcuthümlicheund Unterscheidende seiner Natur zu bestimmen, so mag man immerzu wissen vergeben: das denkende Ich, die Seele, (ein Name fürden transscendentalen Gegenstand des inneren Sinnes,) sei einfach;dieser Ausdruck hat deshalb doch gar keinen aus wirkliche Gegen-stände sich erstreckenden Gebrauch und kann daher unsere Erkcnnt-niß nicht im Mindesten erweitern.
So fällt demnach die ganze rationale Psychologie mit ihrerHauptstütze, und wir können so wenig hier, wie sonst jemals, hof-fen, durch blose Begriffe, (noch weniger aber durch oie blose sub-jective Form aller unserer Begriffe, das Bewußtsein,) ohne Bezie-hung auf mögliche Erfahrung, Einsichten auszubrciten, zumal daselbst der Fundamentalbegriff einer einfachen Natur von derArt ist, daß er überall in keiner Erfahrung angetroffen werdenkann, und es mithin gar keinen Weg gibt, zu demselben, als einemobjectiv gültigen Begriff zu gelangen.
Dritter Paralogismus der Personalität.
Was sich der numerischen Identität seiner Selbst in verschiede-nen Zeiten bewußt ist, ist so fern eine Person.
Nun ist die Seele re.
Also ist sie eine Person.