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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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655
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I. Zur Deduction der «inen Vcrstandesbegriffe. (»55

sich Erscheinungen in einen Zusammenhang der menschlichen Erkennt-nisse schickten. Denn ob wir gleich das Vermögen hätten, Wahr-nehmungen zu associiren, so bliebe es doch an sich ganz unbestimmtund zufällig, ob sie auch associabel wären; und in dem Falle, daßsic es nicht wären, so würde eine Menge Wahrnehmungen, undauch wohl eine ganze Sinnlichkeit möglich sein, in welcher viel em-pirisches Bewußtsein in meinem Gcmüth anzutrcffcn wäre, abergetrennt, und ohne daß es zu einem Bewußtsein meinerselbst gehörte, welches aber unmöglich ist. Denn nur dadurch,daß ich alle Wahrnehmungen zu einem Bewußtsein (der ursprüng-lichen Apperception) zähle, kann ich bei allen Wahrnehmungen sagen,daß ich mir ihrer bewußt sei. Es muß also ein objektiver d. i. vorallen empirischen Gesetzen der Einbildungskraft a priori einzusc-hender Grund sein, worauf die Möglichkeit, ja sogar die Nothwen-digkcit eines durch alle Erscheinungen sich erstreckenden Gesetzes be-ruht, sie nämlich durchgängig als solche Data der Sinne anzusehen,welche an sich associabel und allgemeinen Regeln einer durchgängigenVerknüpfung in der Reproduktion unterworfen sind. Diesen objek-tiven Grund aller Association der Erscheinungen nenne ich die Af-finität derselben. Diesen können wir aber nirgends anders, a!Lin dem Grundsätze von der Einheit der Apperception, in Ansehungaller Erkenntnisse, die mir angchören sollen, antreffen. Nach diesemmüssen durchaus alle Erscheinungen so ins Gemüth kommen oderapprchendirt werden, daß sie zur Einheit dcr Apperception zusam-menstimmen, welches ohne synthetische Einheit in ihrer Verknüpfung,die mithin auch objectiv nothwendig ist, unmöglich sein würde.

Die objektive Einheit alles (empirischen) Bewußtseins in einemBewußtsein (dcr ursprünglichen Apperception) ist also die nolhwen-dige Bedingung sogar aller möglichen Wahrnehmung, und die Af-finität aller Erscheinungen (nahe oder entfernte) ist eine nothwendigeFolge einer Synthesis in der Einbildungskraft, die a priori aus Re-geln gegründet ist.

Die Einbildungskraft ist also auch ein Vermögen einer Syn-thesis a priori, weswegen wir ihr den Namen dcr productiven Ein-