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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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653
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> I. Zur Deduktion der reinen Vcrstandesbegriffc. 653

so ist die transsccndentale Einheit der Synthesis der Einbildungs-kraft die reine Form aller möglichen Erkenntniß, durch welche mithin alleGegenstände möglicher Erfahrung a priori vorgestellt werden müssen.

Die Einheit der Apperception inBezichung auf dieSynthesis der Einbildungskraft ist der Verstand, undeben dieselbe Einheit, beziehungsweise auf die transscendentaleSynthesis der Einbildungskraft, der reine Verstand. Also sind imVerstände reine Erkenntnisse n priori, welche die nothwendige Einheitder reinen Synthesis der Einbildungskraft, in Ansehung aller mög-lichen Erscheinungen, enthalten. Dieses sind aber die Kategoriend. i. reine Verstandesbegriffe, folglich enthält die empirische Erkennt-nißkraft des Menschen nothwendig einen Verstand, der sich auf alleGegenstände der Sinne, obgleich nur vermittelst der Anschauungund der Synthesis derselben durch Einbildungskraft bezieht, unterwelchen also alle Erscheinungen, als Vst» zu einer möglichen Er-fahrung stehen. Da nun diese Beziehung der Erscheinungen aufmögliche Erfahrung ebenfalls nothwendig ist, (weil wir ohne diesegar keine Erkenntniß durch sie bekommen würden, und sie uns mithingar nichts angingen,) so folgt, daß der reine Verstand, vermittelstder Kategorien, ein formales und synthetisches Princip aller Erfah-rungen sei, und die Erscheinungen eine nothwendige Beziehungauf den Verstand haben.

Jetzt wollen wir den nothwendigen Zusammenhang des Ver-standes mit den Erscheinungen vermittelst der Kategorien dadurchvor Augen legen, daß wir von unten auf, nämlich von dem Empi-rischen anfangen. Das Erste, was uns gegeben wird, ist die Er-scheinung) welche, wenn sie mit Bewußtsein verbunden ist, Wahr-nehmung heißt, (ohne das Vcrhältniß zu einem, wenigstens mög-lichen Bewußtsein, würde Erscheinung für uns niemals ein Gegenstandder Erkenntniß werden können und also für uns nichts sein, undweil sie an sich selbst keine objective Realität hat und nur im Er-kenntnisse existirt, überall nichts sein.) Weil aber jede Erscheinungein Mannigfaltiges enthält, mithin verschiedene Wahrnehmungen imGemüthe an sich zerstreut und einzeln angetroffen werden, so ist