651
I. Zur Deduction der reinen Verstau desbegriffe.
der Wahrnehmung vor, die Einbildungskraft in der Asso-ciation (und Rcproduction), die Apperception in dem empi-rischen Bewußtsein der Identität dieser reproductiven Vorstel-lungen mit den Erscheinungen, dadurch sie gegeben waren, mithinin der Rccognition.
Es liegt aber der sämmtlichcn Wahrnehmung die reine An-schauung, (in Ansehung ihrer als Vorstellung die Form der innerenAnschauung, die Zeit,) der Association die reine Synthesis der Ein-bildungskraft, und dem empirischen Bewußtsein die reine Appercep-tion d. i. die durchgängige Identität seiner selbst bei allen mögli-chen Vorstellungen a priori zum Grunde.
Wollen wir nun den inneren Grund dieser Verknüpfung derVorstellungen bis auf denjenigen Punct verfolgen, in welchem siealle zusammenlaufen müssen, um darin allererst Einheit der Erkenntnißzu einer möglichen Erfahrung zu bekommen, so müssen wir vonder reinen Apperception anfangen. Alle Anschauungen sind sür unsnichts und gehen uns nicht im Mindesten etwas an, wenn sie nichtins Bewußtsein ausgenommen werden können, sie mögen nun directoder indirect darauf cinsließen, und nur durch dieses allein ist Er-kenntlich möglich. Wir sind uns a priori der durchgängigen Iden-tität unserer selbst in Ansehung aller Vorstellungen, die zu unsererErkenntniß jemals gehören können, bewußt als einer nothwcndigenBedingung der Möglichkeit aller Vorstellungen, (weil diese in mirdoch nur dadurch etwas vorstellen, daß sie mit allem Anderen zueinem Bewußtsein gehören, mithin darin wenigstens müssen verknüpftwerden können.) Dies Princip steht a priori fest, und kann dastransscendentale Princip der Einheit alles Mannigfaltigenunserer Vorstellungen, (mithin auch in der Anschauung) heißen.Nun ist die Einheit des Mannigfaltigen in einem Subjcct synthetisch;also gibt die reine Apperception ein Prmcipium der synthetischen Einheitdes Mannigfaltigen in aller möglichen Anschauung an die Hand*).
*) Ma» gebe auf diesen Satz wohl Acht, der von großer Wichtigkeit ist.Alle Borstelluugcn haben eine nothwcndigc Beziehung auf ein mögliches empi-risches Bewusstsein; denn hätten sie dieses nicht und wäre es gänzlich unmöglich,