I. Zur Deduction der reinen Verstandcsbegciffe. 047
heit des Bewußtseins, mithin auch der Synthesis des Mannigfalti-gen durch gemeinschaftliche Function des Gemüths, es in einer Vor-stellung zu verbinden. Da nun diese Einheit als » priori noth-wendig angesehen werden muß, (weil die Erkenntniß sonst ohneGegenstand sein würde,) so wird die Beziehung auf einen transsccn-dentalm Gegenstand, d. i> die objcctive Realität unserer empirischenErkenntniß auf dem transscendentalen Gesetze beruhen, daß alleErscheinungen, sofern uns dadurch Gegenstände gegeben werden sol-len, unter Regeln a priori der synthetischen Einheit derselben stehenmüssen, nach welchen ihr Verhältniß in der empirischen Anschauungallein möglich ist, d. i. daß sie eben sowohl in der Erfahrung unterBedingungen der nothwcndigcn Einheit der Apperception, als inder blosen Anschauung unter den formalen Bedingungen des Rau-mes und der Zeit stehen müssen, ja daß durch jene jede Erkenntnißallererst möglich werde.
4. Vorläufige Erklärung der Möglichkeit der Kate-gorien, als Erkenntnissen a priori.
Es ist nur eine Erfahrung, in welcher alle Wahrnehmungenals im durchgängigen und gesetzmäßigen Zusammenhänge vorgestclltwerden; eben so, wie nur ein Raum und seines Zeit ist, in wel-cher alle Formen der Erscheinung und alles Verhältniß des Seinsoder Nichtseins Statt finden. Wenn man von verschiedenen Erfah-rungen spricht, so sind es nur so viel Wahrnehmungen, so fernsolche zu einer und derselben allgemeinen Erfahrung gehören. Diedurchgängige und synthetische Einheit der Wahrnehmungen machtnämlich gerade die Form der Erfahrung aus, und sie ist nichtsAnderes, als die synthetische Einheit der Erscheinungen nach Begriffen.
Einheit der Synthesis nach empirischen Begriffen würde ganzzufällig sein, und gründeten diese sich nicht auf einen transscenden-talen Grund der Einheit, so würde es möglich sein, 'daß ein Ge-wühl von Erscheinungen unsere Seele ansüllte, ohne daß doch dar-aus jemals Erfahrung werden könnte. Alsdenn siele aber auch alleBeziehung der Erkenntniß auf Gegenstände weg, weil ihr die Ver-