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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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591
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Die Disci'plin der reinen Vernunft in Ansehung ihrer Beweise. 5llk

Erste Beste, was ihnen eben ausfällt, ergreifen und darnach ent-scheiden.

Die dritte cigenthümliche Regel der reinen Vernunft, wenn siein Ansehung transscendentaler Beweise einer Disciplin unterworfenwird, ist, daß ihre Beweise niemals apagogisch, sondern jederzeitostensiv sein müssen. Der dirccte oder ostensive Beweis ist inaller Art der Erkenntnis; derjenige, welcher mit der Uebcrzcugungvon der Wahrheit zugleich Einsicht in die Quellen derselben verbin-det; der apagogische dagegen kann zwar Gewißheit, aber nicht Be-greiflichkeit der Wahrheit in Ansehung des Zusammenhanges mitden Gründen ihrer Möglichkeit hcrvorbringen. Daher sind die letz-teren mehr eine Nothhülfe, als ein Verfahren, welches allen Ab-sichten der Vernunft ein Genüge thut. Doch haben diese einenVorzug der Evidenz vor den directen Beweisen darin, daß derWiderspruch allemal mehr Klarheit in der Vorstellung bei sichführt, als die beste Verknüpfung, und sich dadurch dem Anschauli-chen einer Demonstration mehr nähert.

Die eigentliche Ursache des Gebrauchs apagogischer Beweise inverschiedenen Wissenschaften ist wohl diese. Wenn die Gründe, vondenen eine gewisse Erkcnntniß abgeleitet werden soll, zu mannigfal-tig oder zu tief verborgen liegen, so versucht man, ob sie nicht durchdie Folgen zu erreichen sei. Nun wäre der mollus xoneiis, aufdie Wahrheit einer Erkcnntniß aus der Wahrheit ihrer Folgen zuschließen, nur alsdenn erlaubt, wenn alle mögliche Folgen darauswahr sind; denn alsdenn ist zu diesem nur ein einziger Grundmöglich, der also auch der wahre ist. Dieses Verfahren aber istunthunlich, weil es über unsere Kräfte geht, alle mögliche Folgenvon irgend einem angenommenen Satze cinzusehen; doch bedientman sich dieser Art zu schließen, obzwar freilich mit einer gewissenNachsicht, wenn cs darum zu thun ist, um etwas blos als Hypo-these zu beweisen, indem man den Schluß nach der Analogie cin-räumt: daß, wenn so viele Folgen, als man nur immer versuchthat, mit einem angenommenen Grunde wohl zusammenstimmen, alleübrige mögliche auch darauf cinstimmcn werden. Um deswillen