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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
549
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Die Difciplin der reinen Vernunft im dogm. Gebrauche. 54!)

! Talent desselben nicht etwa schon von der Natur begrenzt und aufsein Fach eingeschränkt ist, die Warnungen der Philosophie nicht- ausschlagcn, noch sich über sie wcgsetzcn kann.

^ 1. Von den Definitionen. Definircn soll, wie cs der

Ausdruck selbst gibt, eigentlich nur so viel bedeuten, als den aus-führlichen Begriff eines Dinges innerhalb seiner Grenzen ursprüng-lich darstellen*). Nach einer solchen Forderung kann ein empiri-^ scher Begriff gar nicht desinirt, sondern nur explicirt werden.Denn da wir an ihm nur einige Merkmale von einer gewissen ArtGegenstände der Sinne haben, so ist cs niemals sicher, ob manunter dem Worte, das denselben Gegenstand bezeichnet, nicht ein-mal mehr, das anderem«! weniger Merkmale desselben denke. Sokann der Eine im Begriffe vom Golde sich außer dem Gewichte,der Farbe, der Zähigkeit, noch die Eigenschaft, daß cs nicht rostet,denken, der Andere davon vielleicht nichts wissen. Man bedientsich gewisser Merkmale nur so lange, als sie zum Unterscheiden hin-! reichend sind; neue Bemerkungen dagegen nehmen welche weg und, setzen einige hinzu, der Begriff steht also niemals zwischen sicheren! Grenzen. Und wozu sollte es auch dienen, einen solchen Begriffzu definircn, da, wenn z. B. von dem Wasser und dessen Eigen-schaften die Rede ist, man sich bei dem nicht aufhalten wird, was> man bei dem Worte Wasser denkt, sondern zu Versuchen schreitet

und das Wort mit den weniger Merkmalen, die ihm anhängen,nur eine Bezeichnung und nicht einen Begriff der Sache aus-machen soll, mithin die angebliche Definition nichts Anderes, alsWortbestimmung ist? Zweitens kann auch, genau zu reden, kein n priori! gegebener Begriff desinirt werden, z. B. Substanz, Ursache, Recht,i Billigkeit rc. Denn ich kann niemals sicher sein, daß die deutliche

j Vorstellung eines (noch verworren) gegebenen Begriffs ausführlichj --

! ^Ausführlichkeit bedeutet die Klarheit »ud Zulänglichkcit der Merk-

j male; Grenzen die Präcisio», daß deren nicht mehr sind, als zum ans-

! führlichen Begriffe gehören; ursprünglich aber, daß diele Grenzbcstimmung

; nicht irgend woher abgeleitet sei und also noch eines Beweises bedürfe, wel-

j chcs die vermeintliche Erklärung unfähig machen würde, an der Spitze aller

' Urtheile über eine» Gegenstand zu stehen.