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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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26enn ich den Inbegriff aller Erkenntniß der reinen undspekulativen Vernunft wie ein Gebäude ansehe, dazu wir wenigstensdie Idee in uns haben, so kann ich sagen, wir haben in der trans-scendentalen Elementarlchre den Bauzeug überschlagen und bestimmt,zu welchem Gebäude, von welcher Höhe und Festigkeit er zulange.Freilich fand es sich, daß, ob wir zwar einen Thurm im Sinnehatten, der bis an den Himmel reichen sollte, der Vorrath derMaterialien doch nur zu einem Wohnhausc zureichte, welches zuunseren Geschäften auf der Ebene der Erfahrung gerade geräumigund hoch genug war, sie zu übersehen; daß aber jene kühne Unter-nehmung aus Mangel an Stoff fehlschlagen mußte, ohne einmalauf die Sprachverwirrung zu rechnen, welche die Arbeiter über denPlan unvermeidlich entzweien und sie in alle Welt zerstreuen mußte,um sich, ein Zeder nach seinem Entwürfe, besonders anzubauen.Jetzt ist es uns nicht sowohl um die Materialien, als vielmehr umden Plan zu thun, und indem wir gewarnt sind, es nicht auf einenbeliebigen blinden Entwurf, der vielleicht unser ganzes Vermögenübersteigen könnte, zu wagen, gleichwohl doch von der Errichtungeines festen Wohnsitzes nicht wohl abstehen können, den Anschlag zueinem Gebäude in Verhältniß auf den Vorrath, der uns gegebenund zugleich unserem Bcdürfniß angemessen ist, zu machen.

Ich verstehe also unter der transscendentalcn Methodenlehre dieBestimmung der formalen Bedingungen eines vollständigen Systemsder reinen Vernunft. Wir werden es in dieser Absicht mit einerDisciplin, einem Kanon, einer Architektonik, endlich einerGeschichte der reinen Vernunft zu thun haben und dasjenigein transsccndentalcr Absicht leisten, was, unter dem Namen einer