j 7. Abschn. Kritik aller speculativen Theologie. — Anhang. 505
die entfernteren Thcile eines für uns unbegrenzten Weltsystems, dasdurch eine und dieselbe bewegende Kraft zusammenhängt, in ihremLaufe vereinigen.
Was bei diesen Principien merkwürdig ist und uns auch alleinbeschäftigt, ist dieses, daß sie transscendental zu sein scheinen, undob sic gleich blose Ideen zur Befolgung des empirischen Gebrauchsder Vernunft enthalten, denen der letztere nur gleichsam asympto-tisch d. i. blos annähernd folgen kann, ohne sie jemals zu erreichen,sie gleichwohl, als synthetische Sätze a priori, objective, aber un-bestimmte Gültigkeit haben und zur Regel möglicher Erfahrung die-nen, auch wirklich in Bearbeitung derselben, als heuristische Grund-sätze, mit gutem Glücke gebraucht werden, ohne daß man doch einetransscendentale Deduction derselben zu Stande bringen kann, wel-ches, wie oben bewiesen worden, in Ansehung der Ideen jederzeitunmöglich ist.
Wir haben in der transscendentalen Analytik unter den Grund-sätzen des Verstandes die dynamischen, als blos regulative Prin-cipien der Anschauung, von den mathematischen, die in An-sehung der letzteren constitutiv sind, unterschieden. Diesem unge-achtet sind gedachte dynamische Gesetze allerdings constitutiv in An-sehung der Erfahrung, indem sie die Begriffe, ohne welchekeine Erfahrung Statt findet, a priori möglich machen. Principiender reinen Vernunft können dagegen nicht einmal in Ansehung derempirischen Begriffe constitutiv sein, weil ihnen kein correspondi-rendes Schema der Sinnlichkeit gegeben werden kann und sie alsokeinen Gegenstand in concreto haben können. Wenn ich nun voneinem solchen empirischen Gebrauch derselben, als constitutiver Grund-sätze, abgehe, wie will ich ihnen dennoch einen regulativen Gebrauchund mit demselben einige objektive Gültigkeit sichern, und was kannderselbe für Bedeutung haben?
Der Verstand macht für die Vernunft eben so einen Gegen-stand aus, als die Sinnlichkeit für den Verstand. Die Einheitaller möglichen empirischen Verstandeshandlungen systematisch zumachen, ist ein Geschäft der Vernunft, so wie der Verstand das