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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
503
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7. Abschn- Kritik aller speculatlven Theologie. Anhang. 503

Dieses logische Gesetz des oaiitinni spee er»,» (tor-min-uin lo-zioaium) setzt aber ein transsccndentalcs voraus (lex eontinni in»stura), ohne welches der Gebrauch des Verstandes durch jene Vor-schrift nur irre geleitet werden würde, indem sie vielleicht einen derNatur gerade entgegengesetzten Weg nehmen würde. Es muß alsodieses Gesetz auf reinen transscendentalen und nicht empirischenGründen beruhen. Denn im letzteren Falle würde cs später kom-men, als die Systeme; cs hat aber eigentlich das Systematische derNaturerkenntniß zuerst hcrvorgebracht. Es sind hinter diesen Ge-setzen auch nicht etwa Absichten auf eine mit ihnen, als bloscn Ver-suchen anzustcllende Probe verborgen, obwohl freilich dieser Zusam-menhang, wo er zutrifft, einen mächtigen Grund abgibt, die hypo-thetisch ausgedachte Einheit für gegründet zu halten, und sie alsoauch in dieser Absicht ihren Nutzen haben; sondern man sicht esihnen deutlich an, daß sie die Sparsamkeit der Grundursachen, dieMannigfaltigkeit der Wirkungen, und eine daher rührende Ver-wandtschaft der Glieder der Natur an sich selbst für vernunftmäßigund der Natur angemessen urtheilcn, und diese Grundsätze also directund nicht blos als Handgriffe der Methode ihre Empfehlung beisich führen.

Man sicht aber leicht, daß diese Kontinuität der Formen eineblose Idee sei, der ein congruirender Gegenstand in der Erfahrunggar nicht angewiesen werden kann, nicht allein um deswillen,weil die Spccies in der Natur wirklich abgetheilt sind und daheran sich ein gmmtum lliseretnm ausmachcn müssen, und, wenn derstufenartigc Fortgang in der Verwandtschaft derselben continuirlichwäre, sie auch eine wahre Unendlichkeit der Zwischenglieder, dieinnerhalb zweier gegebenen Arten lägen, enthalten müßte, welchesunmöglich ist; sondern auch, weil wir von diesem Gesetz garkeinen bestimmten empirischen Gebrauch machen können, indem da-durch nicht das geringste Merkmal der Affinität gezeigt wird, nachwelchem und wie weit wir die Gradfolge ihrer Verschiedenheit zusuchen, sondern nichts weiter, als eine allgemeine Anzeige, daß wirsie zu suchen haben.