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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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499
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7. Abschn. Kritik aller speculative» Theologie. Anhang. 490

zu sein. Dieser Grundsatz (der Scharfsinm'gkeit, oder des Unter-scheidungsvcrmögens) schränkt den Leichtsinn des ersten (des Witzes)sehr ein, und die Vernunft zeigt hier ein doppeltes einander wider-streitendes Interesse, einerseits das Interesse des Umfanges (derAllgemeinheit) in Ansehung der Gattungen, andererseits des Inhalts(der Bestimmtheit) in Absicht auf die Mannigfaltigkeit der Arten,weil der Verstand im erstercn Falle zwar viel unter seinen Be-griffen, im zweiten aber desto mehr in denselben denkt. Auchäußert sich dieses an der sehr verschiedenen Denkungsart der Natur-forscher, deren einige, (die vorzüglich speculativ sind,) der Ungleich-artigkeit gleichsam feind, immer auf die Einheit der Gattung hinaus-sehen, die anderen (vorzüglich empirische Köpfe) die Natur unauf-hörlich in so viel Mannigfaltigkeit zu spalten suchen, daß man beinahedie Hoffnung aufgcben müßte, ihre Erscheinungen nach allgemeinenPrincipicn zu beurtheilen.

Dieser letzteren Denkungsart liegt offenbar auch ein logischesPrincip zum Grunde, welches die systematische Vollständigkeit allerErkenntnisse zur Absicht hat, wenn ich, von der Gattung anhebend,zu dem Mannigfaltigen, das darunter enthalten sein mag, hcrab-steige und auf solche Weise dem System Ausbreitung, wie imersteren Falle, da ich zur Gattung aufsteige, Einfalt zu verschaffensuche. Denn aus der Sphäre des Begriffs, der eine Gattung be-zeichnet, ist eben so wenig, wie aus dem Raume, den Materieeinnehmcn kann, zu ersehen, wie weit die Theilung derselben gehenkönne. Daher jede Gattung verschiedene Arten, diese aber ver-schiedene Unterarten erfordert, und, da keine der letzteren Stattfindet, die nicht immer wiederum eine Sphäre (Umfang als con-ceptug communis) hätte, so verlangt die Vernunft in ihrer ganzenErweiterung, daß keine Art als die unterste an sich selbst angesehenwerde, weil, da sie doch immer ein Begriff ist, der nur das, wasverschiedenen Dingen gemein ist, in sich enthält, dieser nicht durch-gängig bestimmt, mithin auch nicht zunächst auf ein Individuumbezogen sein könne, folglich jederzeit andere Begriffe d. i. Unterartenunter sich enthalten müsse. Dieses Gesetz der Specisication könnte

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