342 Elementarlehre, II. Th. II. Abth. II. Buch. 2. Hauptst.
unparthciische Kampfrichter müssen wir es ganz bei Seite sehr,ob cs die gute oder die schlimme Sache sei, um welche die Sich -tenden fechten, und sie ihre Sache erst unter sich ausmachen lass^Vielleicht daß, nachdem sie einander mehr ermüdet, als geschMjhaben, sie die Nichtigkeit ihres Streithandels von selbst einsehen undjals gute Freunde auseinander gehen.
Diese Methode, einem Streite der Behauptungen zuzchh^oder vielmehr ihn selbst zu veranlassen, nicht um endlich zum U..theile des einen oder des anderen Theils zu entscheiden, Mmsum zu untersuchen, ob der Gegenstand desselben nicht vielleicht essbloses Blendwerk sei, wornach jeder vergeblich hascht und bei ml-,chem er nichts gewinnen kann, wenn ihm gleich gar nichtstanden würde, dieses Verfahren, sageich, kann man die skeptischeMethode nennen. Sie ist vom Skeptizismus gänzlich unter-schieden, einem Grundsätze einer kunstmäßigen und scientisischcnUnwissenheit, welcher die Grundlagen aller Erkenntniß untergrabt,- sum, wo möglich, überall keine Zuverlässigkeit und Sicherheit der- !selben übrig zu lassen. Denn die skeptische Methode geht aus Ge--'wißheit, dadurch, daß sie in einem solchen, auf beiden Seitensredlichgemeinten und mit Verstände geführten Streite den Punitdes Mißverständnisses zu entdecken sucht, um, wie weise Gesetzgebersthun, aus der Verlegenheit der Richter bei Rechtshändeln für sichsselbst Belehrung von dem Mangelhaften und nicht genau Bestimmtenin ihren Gesetzen zu ziehen. Die Antinomie, die sich in der An-, ^Wendung der Gesetze offenbart, ist bei unserer eingeschränkten Weisheitsder beste Prüfungsversuch der Nomothetik, um die Vernunft, diesin abstracter Speculation ihre Fehltritte nicht leicht gewahr «ird,^dadurch auf die Momente in Bestimmung ihrer Grundsätze auf-merksam zu machen.
Diese skeptische Methode ist aber nur der Transscendental-Philosophie allein wesentlich eigen und kann allenfalls in jedemanderen Felde der Untersuchungen, nur in diesem nicht, entbehrtwerden. In der Mathematik würde ihr Gebrauch ungereimt sei»;weil sich in ihr keine falschen Behauptungen verbergen und unsichtbar