Elementarlehr?. Il- Th. ll- Abth. Transsc. Dialektik. Einleitung. L77
- M von ihren eigenen Gesetzen abweichen. Daher würden wederw Verstand für sich allein (ohne Einfluß einer anderen Ursache),„och die Sinne für sich irren; der erster? darum nicht, weil, wem:,c blos nach seinen Gesetzen handelt, die Wirkung (das Urtheil) mitÜcscn Gesetzen nothwcndig übcrcinstimmcn muß. In der Ucberein-slimmung mit den Gesetzen des Verstandes besteht aber das Formaleollcr Wahrheit. In den Sinnen ist gar kein Urtheil, weder einwahres, noch falsches. Weil wir nun außer diesen beiden Erkcnnt-Hquellcn keine andere haben, so folgt, daß der Jrrthum nur durchdm unbemerkten Einfluß der Sinnlichkeit auf . den Verstand bewirkt«de, wodurch cs geschieht, daß die subjectiven Gründe des Urthcilssiiiit den objektiven zusammcnflicßcn, und diese von ihrer Bestimmung'abweichend machen*), so wie ein bewegter Körper zwar für sichjederzeit die gerade Linie in derselben Richtung halten würde, dier, wenn eine andere Kraft nach einer anderen Richtung zugleich^ ihn cinflicßt, in krummlinige Bewegung ausschlagt. Um diemthümliche Handlung des Verstandes von der Kraft, die sich miteimnengt, zu unterscheiden, wird cs daher nöthig sein, das irrigeUrtheil als die Diagonale zwischen zwei Kräften anzuschcn, die dasUrtheil nach zwei verschiedenen Richtungen bestimmen, die gleichsamcinen Winkel einschlicßcn, und jene zusammengesetzte Wirkung in dieche des Verstandes und der Sinnlichkeit aufzulöscn, welches in. rcinm Urtheilen n priori durch transscendcntale Ueberlcgung geschehenmuß, wodurch, (wie schon angczeigt worden,) jeder Vorstellung ihre'Stelle in der ihr angemessenen Erkcnntnißkraft angewiesen, mithineuch der Einfluß der letzteren auf jene unterschieden wird.
Unser Geschäft ist hier nicht, vom empirischen Scheine (z. Bdem optischen) zu handeln, der sich bei dem empirischen Gebrauchesonst richtiger Verstandcsregeln vorsindet, und durch welchen die'Urteilskraft, durch den Einfluß der Einbildung verleitet wird, son-
*) Die Sinnlichkeit, dem Verstände untergelegt, als das Object, woraufsinicr seine Function anwcndet, ist der Duell realer .Erkenntnisse. Eben die-lte aber, so fern sic auf die Vcrstandeshandlung selbst einfliest und ihn zunivrthcilm bestimmt, ist der Grund des Irrthuins.