352 Elementarlehre. II. Th. I. Ablh. II. Buch. 3. H,,„plst.
zweite, nämlich eine intclligiblc Welt vorstellig machen. Aber kUjsolche Wortverdrehung ist eine blos sophistische Ausflucht, um ein„>beschwerlichen Frage auszuwcichen, dadurch, daß man ihren Si^zu seiner Gemächlichkeit hcrabstimmt. In Ansehung der EGs.>nungen läßt sich allerdings Verstand und Vernunft brauchen; askfles fragt sich, ob diese auch noch einigen Gebrauch haben, wennd»Gegenstand nicht Erscheinung (iVoumeiion) ist? und in diesem;Sinne nimmt man ihn, wenn er an sich blos intelligibel d. i. dmVerstände allein, und gar nicht den Sinnen gegeben, gedacht M >ES ist also die Frage: ob außer jenem empirischen Gebrauche desVerstandes (selbst in der Newtonschen Vorstellung des Wellbauchnoch ein transscendentaler möglich sei, der auf das NoumenonalSeinen Gegenstand gehe? welcheFrage wir verneinend beantwortet Hab«.
Wenn wir denn also sagen: die Sinne stellen uns die Gegen-stände vor, wie sie erscheinen, der Verstand aber, wie siesind, so ist das Letztere nicht in transscendentaler, sondern bloSempirischer Bedeutung zu nehmen, nämlich wie sie als Gegenständeder Erfahrung im durchgängigen Zusammenhänge der Erscheinungenmüssen vorgestellt werden, und nicht nach dem, was sie außer derBeziehung auf mögliche Erfahrung und folglich auf Sinne über-haupt, mithin als Gegenstände des reinen Verstandes sein mögen.Denn dieses wird uns immer unbekannt bleiben, so gar, daß 6auch unbekannt bleibt, ob eine solche transsccndentale (außerordent-liche) Erkenntlich überall möglich sei, zum wenigsten als eine solche,die unter unseren gewöhnlichen Kategorien steht. Verstand undSinnlichkeit können bei uns nur in Verbindung Gegenständebestimmen. Wenn wir sie trennen, so haben wir Anschauungenohne Begriffe oder Begriffe ohne Anschauungen; in beiden Fällenaber Vorstellungen, die wir auf keinen bestimmten Gegenstand be-ziehen können.
Wenn Jemand noch Bedenken trägt, auf alle diese Erörterun-gen, dem blos transscendentalen Gebrauche der Kategorien zu ent-sagen, so mache er einen Versuch von ihnen in irgend einer syn-thetischen Behauptung. Denn eine analytische bringt den Verstand