142 Elcmcntarlehre. U Th. !. Abth. I. Buch. 2. Hauptst.
lichkcit; so fern aber doch ihre Synthesis eine Ausübung chSpontaneität ist, welche bestimmend und nicht, wie der Sinnblos bestimmbar ist, mithin a priori den Sinn seiner Form nachder Einheit der Apperccption gemäß bestimmen kann, so iß hßEinbildungskraft so fern ein Vermögen, die Sinnlichkeit s priori zabestimmen; und ihre Synthesis der Anschauungen, den Kategoriengemäß, muß die transsccndcntale Synthesis der Einbildungs-kraft sein, welches eine Wirkung des Verstandes auf die Sinnlichkeitund die erste Anwendung desselben (zugleich der Grund aller übrige»)auf Gegenstände der uns möglichen Anschauung ist. Sie ist, «ISfigürlich, von der intellektuellen Synthesis ohne alle Einbildungskrastblos durch den Verstand unterschieden. So fern die Einbildungskrastnun Spontaneität ist, nenne ich sic auch bisweilen die productiveEinbildungskrast und unterscheide sie dadurch von der reproducti-ven, deren Synthesis lediglich empirischen Gesetzen, nämlich dmmder Association, unterworfen ist und welche daher zur Erklärung derMöglichkeit der Erkenntniß a priori nichts beiträgt und um des-willen nicht in die Transsccndental-Philosophie, sondern indieM-chologie gehört.
Hier ist nun der Ort, das Paradoxe, was Jedermann bei derExposition der Form des inneren Sinnes (tz. 6) auffallen mußte,verständlich zu machen: nämlich wie dieser auch sogar uns selbstnur wie wir uns erscheinen, nicht wie wir an uns selbst sind, demBewußtsein darstclle, weil wir nämlich uns nur anschauen, wie wirinnerlich afficirt werden, welches widersprechend zu sein scheint,indem wir uns gegen uns selbst als leidend verhalten müßten; daherman auch lieber den inneren Sinn mit dem Vermögen derApperccption, (welche wirsorgfältig unterscheiden,) in den Systemender Psychologie für einerlei auszugeben pflegt.
Das, was den inneren Sinn bestimmt, ist der Verstand unddessen ursprüngliches Vermögen, das Mannigfaltige der Anschauungzu verbinden d. i. unter eine Apperccption (als worauf selbst seineMöglichkeit beruht) zu bringen. Weil nun der Verstand in uns