Einleitung.
93
nning desselben a priori eine transscendentale Vorstellung; sondern„ur die Erkenntniß, daß diese Vorstellungen gar nicht empirischenUrsprungs seien, und die Möglichkeit, wie sie sich gleichwohl a priori»I auf Gegenstände der Erfahrung beziehen könne, kann transscendental«Men. Jmgleichen würde der Gebrauch des Raumes von Gegen-wänden überhaupt auch transscendental sein; aber ist er lediglich auf' Gegenstände der Sinne eingeschränkt, so heißt er empirisch. Deri Unterschied des Transscendentalen und Empirischen gehört also nur-zur Kritik der Erkenntnisse und betrifft nicht die Beziehung derselbenauf ihren Gegenstand.
Zn der Erwartung also, daß es vielleicht Begriffe geben könne,die sich u priori auf Gegenstände beziehen mögen, nicht als reineoder sinnliche Anschauungen, sondern blos als Handlungen des rei-M Denkens, die mithin Begriffe, aber weder empirischen noch ästheti-schen Ursprungs sind, so machen wir uns zum Voraus die Idee voneiner Wissenschaft des reinen Verstandes und Vernunfterkenntnisses,dadurch wir Gegenstände völlig u priori denken. Eine solche Wis-senschaft, welche den Ursprung, den Umfang und die objective Gül-tigkeit solcher Erkenntnisse bestimmte, würde transscendentaleLogik heißen müssen, weil sie es blos mit den Gesetzen des Verstandesund der Vernunft zu thun hat, aber lediglich, so fern sie auf GegenständeL priori bezogen wird, und nicht, wie die allgemeine Logik, auf dieempirischen sowohl, als reinen Vernunfterkcnntnisse ohne Unterschied.
m.
Von der Eintheilung der allgemeinen Logik
in Analytik nnd Dialektik.
Die alte und berühmte Frage, womit man die Logiker in dieEnge zu treiben vermeinte und sic dahin zu bringen suchte, daß siesich entweder auf einer elenden Diallcle mußten betreffen lassen oder ihreUnwissenheit, mithin die Eitelkeit ihrer ganzen Kunst bekennen soll-ten, ist diese: Was ist Wahrheit? Die Namenerklärung der Wahr-