Elemcntarlehre. II. Th. Transsc. Logik. Einleitung. 89
lediglich die Form, unter welcher etwas angeschaut wird, und reinerBegriff allein die Form des Denkens eines Gegenstandes überhaupt,^lur allein reine Anschauungen oder Begriffe sind » prioi-i möglich,Mystische nur a posteriori.
Wollen wir die Receptivität unseres Gemüths, Vorstel-ligen zu empfangen, so fern es auf irgend eine Weise afsicirtlivird, Sinnlichkeit nennen, so ist dagegen das Vermögen,Vorstellungen selbst hcrvorzubringen, oder die Spontaneität desErkenntnisses der Verstand. Unsere Natur bringt cs so mit sich,taß die Anschauung niemals anders als sinnlich sein kann d. i.nur die Art enthält, wie wir von Gegenständen afsicirt werden.Dagegen ist das Vermögen, den Gegenstand sinnlicher Anschauungzu denken, der Verstand. Keine dieser Eigenschaften ist der anderenvorzuziehen. Ohne Sinnlichkeit würde uns kein Gegenstand gegebenund ohne Verstand keiner gedacht werden. Gedanken ohne Inhaltsind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind. Daher ist cseben so nothwcndig, seine Begriffe sinnlich zu machen (d. i. ihnenden Gegenstand in der Anschauung beizufügen), als seine An-schauungen sich verständlich zu machen (d. i. sic unter Begriffe zubringen). Beide Vermögen oder Fähigkeiten können auch ihreFunctionen nicht vertauschen. Der Verstand vermag nichts anzu-' schauen und die Sinne nichts zu denken. Nur daraus, daß siesich vereinigen, kann Erkenntniß entspringen. Deswegen darf manaber doch nicht ihren Antheil vermischen, sondern man hat großeUrsache, jedes von dem anderen sorgfältig abzusondern und zuunterscheiden. Daher unterscheiden wir die Wissenschaft der Regelnder Sinnlichkeit überhaupt d. i. Aesthetik, von der Wissenschaft derBerstandesregeln überhaupt d. i. der Logik.
Die Logik kann nun wiederum in zwiefacher Absicht unter-nommen werden, entweder als Logik des allgemeinen, oder desbesonderen Verstandesgebrauchs. Die erste enthält die schlechthinnothwendigen Regeln des Denkens, ohne welche gar kein Gebrauchdes Verstandes Statt findet, und geht also aus diesen, unangesehcnder Verschiedenheit der Gegenstände, aus welche er gerichtet sein