86 Elementarlehre. I. Th. Transsc. Aesthetik.
mit dieser in lauter Schein verwandelt werden; eine Ungereimtheit §die sich bisher noch Niemand hat zu Schulden kommen lassen.
IV. In der natürlichen Theologie, da man sich einen Gjgenstand denkt, der nicht allein für uns gar kein GegenstandsAnschauung, sondern der ihm selbst durchaus kein Gegenstand dersinnlichen Anschauung sein kann, ist man sorgfältig darauf bedacht,von aller seiner Anschauung (denn dergleichen muß alles sein L-kenntniß sein, und nicht Denken, welches jederzeit Schrankenbeweiset,) die Bedingungen der Zeit und des Raumes wegzuschaffen.Aber mit welchem Rechte kann man dieses thun, wenn man beidevorher zu Formen der Dinge an sich selbst gemacht hat, und zn>arsolchen, die als Bedingungen der Existenz der Dinge a priori übrigbleiben, wenn man gleich die Dinge selbst aufgehoben hätte? Dennals Bedingungen alles Daseins überhaupt, müßten sie es auchvom Dasein Gottes sein. Es bleibt nichts übrig, wenn man sienicht zu objectiven Formen aller Dinge, machen will, als daß mansie zu subjectiven Formen unserer äußeren sowohl als inneren An-schauungsart macht, die darum sinnlich heißt, weil sie nicht ur-sprünglich d. i. eine solche ist, durch die selbst das Dasein desObjects der Anschauung gegeben wird, (und die, so viel wir ein-sehen, nur dem Urwesen zukommen kann,) sondern von dem Daseindes Objects abhängig, mithin nur dadurch, daß die Vorstellung?-fähigkeit des Subjects durch dasselbe afsicirt wird, möglich ist.
Es ist auch nöthig, daß wir die Anschauungsart in Raumund Zeit auf die Sinnlichkeit des Menschen einschränken; es magsein, daß alle endliche denkende Wesen hierin mit dem Menschennothwendig Übereinkommen müssen, (wiewohl wir dieses nicht ent-scheiden können,) so hört sie um dieser Allgemeingültigkeit willendoch nicht auf Sinnlichkeit zu sein, eben darum, weil sie abgeleitet(intuitus rlerivalivus) , nicht ursprünglich (intuitns originär!»?),mithin nicht intellektuelle Anschauung ist, als welche aus dem ebenangeführten Grunde allein dem Urwesen, niemals aber einem,seinem Dasein sowohl als seiner Anschauung nach, (die sein Daseinin Beziehung auf gegebene Objecte bestimmt,) abhängigen Wesen