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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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Einleitung.

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Erfahrung hinaus ist, so ist man sicher, durch Erfahrung nichtwiderlegt zu werden. Der Reiz, seine Erkenntnisse zu erweitern, so groß, daß man nur durch einen klaren Widerspruch, aus^den man stößt, in seinem Fortschritte aufgehalten werden kann.Dieser aber kann vermieden werden, wenn man seine Erdichtungennur behutsam macht, ohne daß sie deswegen weniger ErdichtungenMeiden. Die Mathematik gibt uns ein glänzendes Beispiel, wieEiveit wir es, unabhängig von der Erfahrung, in der Erkcnntnißz priori bringen können. Nun beschäftigt sie sich zwar mit Gegen-ständen und Erkenntnissen blos so weit, als sich solche in derAnschauung darstellen lassen. Aber dieser Umstand wird leichti übersehen, weil gedachte Anschauung selbst a priori gegeben werdenkann, mithin von einem blosen reinen Begriff kaum unterschiedenwird. Durch einen solchen Beweis von der Macht der Vernunfteingenommen, sieht der Trieb zur Erweiterung keine Grenzen. Diel leichte Taube, indem sie im freien Fluge die Luft theilt, derenWiderstand sie fühlt, könnte die Vorstellung fassen, daß es ihr imluftleeren Raum noch viel besser gelingen werde. Eben so verließWo die Sinncnwelt, weil sic dem Verstände so enge Schrankensetzt, und wagte sich jenseit derselben, auf den Flügeln der Ideen,in den leeren Raum des reinen Verstandes. Er bemerkte nicht,daß er durch seine Bemühungen keinen Weg gewönne; denn erhatte keinen Widerhalt, gleichsam zur Unterlage, worauf er sichsteifen und woran er seine Kräfte anwenden konnte, um denVerstand von der Stelle zu bringen. Es ist aber ein gewöhnlichesSchicksal der menschlichen Vernunft in der Speculation, ihr Ge-bäude so früh wie möglich fertig zu machen und hintennach allererstzu untersuchen, ob auch der Grund dazu gut gelegt sei. Alsdennaber werden allerlei Beschönigungen hcrbeigesucht, um uns wegendessen Tüchtigkeit zu trösten, oder auch eine solche späte und gefähr-liche Prüfung lieber gar abzuweisen. Was uns aber während desBauens von aller Besorgniß und Verdacht frei hält und mit schein-barer Gründlichkeit schmeichelt, ist dieses. Ein großer Theil, undvielleicht der größte, von dem Geschäfte unserer Vernunft besteht