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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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Vorrede

suchte Strenge der Beweise, Verhütung kühner Sprüge inrungcn der sichere Gang einer Wissenschaft zu nehmen sei, der mich!eben darum eine solche, als Metaphysik ist, in diesen Stand zversetzen vorzüglich geschickt war, wenn es ihm beigefallen wärr^durch Kritik des Organs, nämlich der reinen Vernunft selbst, sichdas Feld vorher zu bereiten: ein Mangel, der nicht sowohl ihm,als vielmehr der dogmatischen Denkungsart seines Zeitalters beizu-messen ist, und darüber die Philosophen seiner sowohl, als allervorigen Zeiten einander nichts vorzuwerfcn haben. Diejenigen, webche seine Lchrart und doch zugleich auch das Verfahren der Kritikder reinen Vernunft verwerfen, können nichts Anderes im Simirhaben, als die Fesseln der Wissenschaft gar abzuwersen, Mitin Spiel, Gewißheit in Meinung und Philosophie in Philodoxie zuverwandeln.

Was diese zweite Auflage betrifft, so habe ich, wirbillig, die Gelegenheit derselben nicht vorbei lassen wollen, um dmSchwierigkeiten und der Dunkelheit so viel möglich abzuhelfen, wor-aus manche Mißdeutungen entsprungen sein mögen, welche scharf-sinnigen Männern, vielleicht nicht ohne meine Schuld, in der Be-urtheilung dieses Buchs aufgestoßcn sind. In den Sätzen selbstund ihren Beweisgründen, imgleichen der Form sowohl als derVollständigkeit des Plans, habe ich nichts zu ändern gefunden;welches theils der langen Prüfung, der ich sie unterworfen hatte,ehe ich cs dem Publicum verlegte, theils der Beschaffenheit derSache selbst, nämlich der Natur einer reinen spekulativen Vernunft,beizumcssen ist, die einen wahren Gliederbau enthält, worin AllesOrgan ist, nämlich Alles um Eines willen und ein jedes Einzelneum Aller willen, mithin jede noch so kleine Gebrechlichkeit, sie seiein Fehler (Jrrthum) oder Mangel, sich im Gebrauche unausbleib-lich vcrrathen muß. In dieser Unveranderlichkcit wird sich diesesSystem, wie ich hoffe, auch fernerhin behaupten. Nicht Eigendün-kel, sondern blos die Evidenz, welche das Experiment der Gleich-heit des Rchultats im Ausgange von den mindesten Elementen biszum Ganzen der reinen Vernunft und im Rückgänge vom Ganzen,