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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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Vorrede

werden, sich keine höhere und ausgebreitetcre Einsicht in einem Punchanzumaßen, der die allgemeine menschliche Angelegenheit betrifft, alsdiejenige ist, zu der die große (für uns achtungswürdigste) Mengeauch eben so leicht gelangen kann, und sich also auf die Cultm dieserallgemein faßlichen und in moralischer Absicht hinreichenden Beweis-gründe allein cinzuschranken. Die Veränderung betrifft also blosdie arroganten Ansprüche der Schulen, die sich gerne hierin (wiesonst mit Recht in vielen anderen Stücken) für die alleinigen Kennerund Aufbewahrer solcher Wahrheiten möchten halten lassen, von denensie dem Publicum nur den Gebrauch mitthcilcn, den Schlüssel der-selben aber für sich behalten (guock meerim nesoit, «»Ins vult sciro ,licleri). Gleichwohl ist doch aych für einen billigeren Anspruch des !spekulativen Philosophen gesorgt. Er bleibt immer ausschließlichDepositar einer dem Publicum, ohne dessen Wissen, nützlichen Wis-senschaft; nämlich der Kritik der Vernunft, denn die kann niemalspopulär werden, hat aber auch nicht nöthig cs zu sein; weil, sowenig dem Volke die fein gesponnenen Argumente für nützliche Wahr-heiten in den Kopf wollen, eben so wenig kommen ihm auch dieeben so subtilen Einwürfc dagegen jemals in den Sinn; dagegen, i

weil die Schule, so wie jeder sich zur Speculation erhebende Mensch, ,

unvermeidlich in beide geräth, jene dazu verbunden ist, durch gründ-liche Untersuchung der Rechte der speculativen Vernunft einmal fürallemal dem Scandal vorzubcugen, das über kurz oder lang selbstdem Volke aus den Streitigkeiten aufstoßcn muß, in welche sichMetaphysikcr (und als solche endlich auch wohl Geistliche) ohneKritik unausbleiblich verwickeln und die selbst nachher ihre Lehre»verfälschen. Durch diese kann allein dem Materialismus, Fa-talismus, Atheismus, dem sreigeisterischen Unglauben, derSchwärmerei und Aberglauben, die allgemein schädlich werdenkönnen, zuletzt auch dem Idealismus und Skeptizismus, die mehr >den Schulen gefährlich sind und schwerlich ins Publicum übergehenkönnen, selbst die Wurzel abgeschnitten werden. Wenn Regierungensich ja mit Angelegenheiten der Gelehrten zu befassen gut finden, stwürde cs ihrer weisen Vorsorge für Wissenschaften sowohl als Men-