230 «Streit bcr gacultätcn. I. 2(bfrf)uitt. '
biejcnige, bic ba$u jebcrjeit gerüfict fein muß. Scntf jiatutarijtfit25orfd>riftcn bei- Stegierung in 'tlnfehung bcr öffentlichen »orjuttj:genben Sehren »erben immer fein muffen, »eil bic unbefdjrinftigreiljeit, alle feine Meinungen inS publicum ju fdjreicn, tl;cilä betStegierung, tl;cil§ aber auch biefem publicum felbjt gefahrltdj werbenmüßte. tllle Satzungen aber, »eil fie von SDtenfchen au§gel)en,»enigjtcnS üon biefen fanctionirt »erben, bleiben jeberjeit ber ©tfahr beS fXrrthumS ober bet Swccfwibrigfeit unterworfen; mithinfinb ft'e cS aud) in 2lnfel;ung ber Sanctioncn ber Stegierung, womitbiefe bie oberen gacultatem »erficht, folglich fann bie tp&itofoplfiffySacultdt il;re Siüftung gegen bie@efal;r, »omit bie SBahrheit, betenSchuh ihr aufgetragen ijt, bebrol;t wirb, tiieablegen, »eil bic oberengacultäten ihre Begierbc ju l)errfd)en nie abtegen »erben.
3) Siefer Streit fann bem 2lnfet;en ber Stegierung nie tlblmujfl)un. Senn er ijt nicht ein Streit ber gacultäten mit ber Sieg»rung, fonbern einer gacuttät mit bcr anberen, bem bie Stegierunjruhig jufeljen fann; »eit, ob fie jwar gewiffe Sähe ber oberen inihren befonberen Schuh genommen hat, fofern fie folchc ber (tj- ;teren ihren ©efchäftSleutcn jum 6ffentlfd)en SSortrage oorfehrtibf,fo l)at fie bod) nicht bie gacultäfen, alS gelehrte ©efellfdjafttit,»egen ber SBahrhcit biefer ihrer öffentlich vorjutragenben 2el;ren,Meinungen unb Behauptungen, fonbern nur »egen ihres (ber 3!;-gierung) eigenen SSorthciß in Schuh genommen, »eil e§ ihrer SBürtenicht gemäß fein würbe, über ben inneren SBahrheitSgchalt berfelbenju entfdjeiben, unb fo felbjt ben ©clehrten ju fpielen. — Sie oberengacuttaten finb nämlich ber Stegierung für nichts weiter oerant-»ortlich/ al§ für bie Snfiruction unb Belehrung, bie fie ihren ®e-fd)äftSleuten jum öffentlichen Bortragc geben; benn bic laufeninS publicum, als bürgerliches gemeines SScfen, unb finb bai)ft, j»eit fie bem (Einfluß bcr Stegierung auf bicfeS Abbruch tl;un formten, ;biefer ihrer Sanction unterworfen. Sagegen gehen bie Sehren unbMeinungen, welche bie gacultäten unter bem Flamen ber $h cort:tifer unter einanber abjumachen haben, in eine anberc tfrt von pu-blicum, nämlich in baS eines gelehrten gemeinen SBcfenS, welches