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Geschichte der Juden.
seiner Vaterstadt Rama. Solche Mittheilungen, welche Außer-gewöhnliches, über den engen Gesichtskreis Hinausgehendes ver-kündeten, scheint er in gebundener Rede, in Versen und Gliede-rungen mit poetischen Bildern und Gleichnissen geäußert zu Habens.— Der gedankliche Inhalt und die poetische Form seiner propheti-schen Rede und der Schwung der Begeisterung, mit dem er sievortrug, konnten auf die Zuhörer des Eindrucks nicht verfehlen.Der Ruf war Samuel noch vor seiner Rückkehr ins väterliche Hausvorangegangen, daß er in Schilo wiederholeutlich prophetischerOffenbarungen gewürdigt worden sei, und daß diese sich, auch bewährthätten'-). Bald verbreitete es sich in der Nachbarschaft von Ramaund in immer weitern Kreisen, daß ein Prophet in Israel erstandensei, daß der Geist Gottes, welcher auf Mose geruht und ihn inEgypten und in der Wüste zur Befreiung und Leitung des Volkesgetrieben hatte, nunmehr auf dem Sohne Elkana's ruhte. In derZwischenzeit in der langen Reihe der Jahrhunderte hat es keinenPropheten im vollen Sinne gegeben^). Die Thatsache, daß Gotteinen zweiten Mose erweckt habe, fachte die Hoffnung au, daß einebessere Zeit in: Anzuge sei. — Samuel's nächstes Augenmerk wardarauf gerichtet, das Volk vom Götzendienste des Baal und derAstarte zu entwöhnen und es von der Leichtgläubigkeit an die Orakelder Teraphim zu heilen.
Die Geneigtheit eines Theiles des Volkes von seiner bis-herigen Verkehrtheit zu lassen und sich dem Gotte Israels zuzu-weikden, kam Samuel's Bestrebungen entgegen. Seine hinreißendenReden, die sich in dem Punkte zuspitzteu: daß die Götter der Heidennichtig seien, die nicht helfen und nicht retten können, daß eseine Thorheit und zugleich ein Verbrechen sei, die trügerischen Ora-kel der Theraphim zu befragen und dem Gaukelspiel der Wahrsagerzu folgen, und endlich daß Gott sein Volk nimmermehr verlassen werde,das er sich auserkoren^), diese Reden fanden einen immer mächtigerenWiederhall in den Herzen derer, die sie vernommen oder davon gehörthatten. Samuel wartete nicht ab, bis das Volk zu ihm kam, um
y Folgt aus Samuel l, 15, 22—23; 33.
2) Das ist wohl der Siun von Samuel I, 3, 19—21, wobei der Zusatz iuder griech. Version zu beachten ist.
Das. 3, 1.
Vcrgl. Samuel I, 12, 21—22; 15, 23.