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Geschichte der Juden.
demselben Schutz gegen Pöbelaufläufe fanden, oder weil sie, aufSchonung wenig rechnend, die ihnen aufgelegten Brandschatzungsgelderrascher zusammenbrachten und ablieferten, oder endlich weil die strengdisciplinirten preußischen Soldaten sie wegen ihres leidlichen Ver-haltens milder behandelten. Es hieß, Friedrich der Große, der pro-testantische Ketzer, sei ein besonderer Gönner der Juden. In Mährenentstanden daher in der Gegend, wohin die Preußen noch nicht ge-drungen waren, leidenschaftliche Wuthausbrüche gegen die Juden. Einösterreichischer Feldmarschall in Mähren, von demselben Wahn be-fangen und ihn heuchelnd, erließ ein hartes Dekret (14. März 1742pdaß die wenig zahlreichen Gemeinden innerhalb sechs Tagen 50,000 GuldenRheinisch baar nach Brünn abliefern sollten, „widrigenfalls sie sämmt-lich geplündert und niedergemacht werden würden." Durch die auf-opfernde Bemühung zweier Männer der Wiener Gemeinde, Baronde Aguilar und den reichen Rabbinen Jssachar Berusch Eskeles,hob die Kaiserin Maria Theresia dieses Dekret auf (21. Märzes. —Mose Lopez Perehra, mehr bekannt unter dem Namen Diegode Aguilar (geb. um 1700, st. in London 1765 ^), ein Marraneoder von marrauischer Abkunft, war über Amsterdam und Londonnach Wien gekommen, hatte durch Ausnutzung der Tabaksregie fürden Staat unter Karl VI. wesentliche Dienste geleistet und war des-wegen in den Adelsstand erhoben worden. Eine edle Natur, betrachteteDiego de Aguilar die Sache seiner Religions- und Stammgenossenals seine eigene. Er hat zuerst den Grund zur portugiesischen odertürkischen Gemeinde in Wien gelegt, aus sefardischen Juden, die ausungarischen Städten sich in Wien niedergelassen hatten. Er durftesich herausnehmen vor der Kaiserin ein entschiedenes Wort zu sprechen.Der Rabbiner Berusch (st. 1759 Stammvater der freiherrlichen
9 Abr. Trebitsch, omx.n nnip p. 9—18.
-) Bergt, über ihn L. A. Frankl, Zeitung des Judenthums Jahrg. 1854,S. 657 fg. Das das. No. 50 Berichtigte klingt zu romantisch, um geschichtlichzu sein. In der Broschüre Pinto's: ksttsxions orlbiguss . . . . L Nr. äsVolinirs heißt es schon in der ersten Ausgabe 1762 (x. 19): His Laronä'^Arälar irssorlsr äs In rsins äs NouAris sst snsors rsZrstts nVisiuis. S. Histtrs ä'uu Nilorä sur In Nation üsdraigns (1767, x. 57),wo es heißt: on (n Iponärss) il (^.Znilar) inonrnt, II a äsux ans.Vergl. Anekdoten von guten Juden S. 34, No. 20 über d'Aguilars Benehmen.(Vgl. Kaufmann im Jahrbuch rnison 12 m II, S. 118. Kaufmann, ausHeinrich Heine's Ahnensaal, S. 83, n. 1 und o>iio sä. M. Baumgarten
(Berlin, 1895), S. 10. 53.)
°h S. über ihn Wiener Grabinschriften von L. A. Frankl, No. 424 undS. H (Vgl. Kaufmann, Samson Wertheimer, S. 88 ff)